Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach Arbeitgeber die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter künftig komplett erfassen müssen, schadet Betrieben und Beschäftigten gleichermaßen. Denn was der EuGH scheinbar vergessen hat: Die Arbeitswelt von heute befindet sich bereits in einem ständigen Wandel und ist nicht mehr mit der Stechuhr-Zeit von früher zu vergleichen. Mal abgesehen von dem ohnehin immer weiter steigenden bürokratischen Aufwand für die Unternehmen – alle Flexibilisierungsmaßnahmen erleiden dadurch einen herben Rückschlag.

New Work geht anders. Vertrauensarbeitszeit, mobiles Arbeiten, Homeoffice – die Beschäftigten wollen durch flexible Arbeitszeitsysteme ihr Berufs- und Privatleben besser vereinbaren.

Flexible Arbeitszeitsysteme bedeuten ein Stück Freiheit

All dem wirkt diese starre gesetzliche Regelung entgegen. Die Freiheit, sich die Arbeit frei einzuteilen, darf durch unzeitgemäße, vermeintliche Arbeitsschutzregelungen nicht beschnitten werden. Ebenso bedenklich: In Zeiten des Fachkräftemangels und des Wettbewerbsdrucks wird die Standortqualität auch durch flexible Arbeitszeiten entschieden. Sie sind nötig, um im Konkurrenzkampf mit China und den USA bestehen zu können. Hinzu kommen die Anforderungen von Digitalisierung und Arbeitswelt 4.0. Da bedarf es einer zeitgemäßen Regelung und nicht eines Zurück in die Vergangenheit.