Erstaunlich, was heute schon alles ein moderner 3-D-Drucker ausspuckt. Die Möglichkeiten der sogenannten additiven Fertigung reichen vom Spielzeug bis zu ganzen Häusern. Selbst aus unserem Alltag sind 3-D-gedruckte Dinge wie Gebissschienen, Brillen oder Gehäuse von Hörgeräten nicht mehr wegzudenken. Es geht aber auch richtig skurril wie unsere folgende Bilderstrecke zeigt:

 

Häuser

Foto: Getty

Das weltweit erste in 3-D-Technik gedruckte Haus steht seit 2016 in Peking (Bild). Bauzeit: beeindruckende 45 Tage. In Zukunft könnte 3-D den Hausbau wesentlich beschleunigen und die Kosten rasant senken. Experten gehen davon aus, dass mit dieser Technik dann Häuser binnen Tagen hochgezogen werden können. So steht in Moskau schon ein gedrucktes kreisrundes Haus mit einer Grundfläche von 38 Quadratmetern. Es wurde innerhalb von 24 Stunden aus einem speziellen Betongemisch Schicht für Schicht gedruckt. Kostenpunkt: 9.500 Euro.

 

Autos

Foto: Divergent 3D

Die US-Firma Divergent 3D hat den weltweit ersten gedruckten Sportwagen entwickelt. Hinter dem modernen Look steckt eine Menge Arbeit. Die Ingenieure bauten dafür speziell entwickelte Formen, in die der 3-D-Drucker Aluminiumstaub presst. Die so hergestellten Bauteile sind wesentlich leichter als herkömmliche Gussteile. Ergebnis: Der Sportflitzer, der mit komprimiertem Erdgas fährt und auf 700 PS kommt, wiegt nur 630 Kilogramm – ein Drittel des Gewichts eines vergleichbaren Porsches.

Brücken

Foto: dpa

Sieht nicht gerade spektakulär aus, aber dieses Bauwerk ist ebenfalls durch additive Fertigung entstanden. Die Brücke überspannt einen kleinen Kanal im niederländischen Germert und gilt als der erste Brückenbau, der komplett über die 3-D-Druck-Technik konstruiert wurde. Mit dem Druck begann man im Juni 2017 – Mitte Oktober desselben Jahres konnten die Betonteile eingebaut werden. In den Niederlanden haben Forscher der Uni Delft auch ein Verfahren entwickelt, bei der eine Brücke ohne menschliches Zutun entsteht. Dabei spritzen Düsen 1.500 Grad heißen Stahl durch Roboterarme. Der Clou dabei: Die programmierten Roboter bewegen sich von beiden Seiten der Brücke Stück für Stück aufeinander zu, bis sie sich in der Mitte treffen.

Organe

Foto: Medizinische Modellbau Manufaktur

In der Medizin wird schon heute oft der 3-D-Druck angewendet. So entstehen Gehäuse für Hörgeräte, Hüftgelenke oder Aufbiss-Schienen, die gegen Zähneknirschen helfen. In Zukunft könnte sogar ein gedrucktes Herz möglich sein. Dafür wird eine Mischung aus lebenden Zellen, Nährstoffen und Gelatine in dünnen Schichten so eng übereinander aufgetragen, dass sich die gedruckten Zellen zu Strukturen zusammenschließen.

Prothesen

Foto: Getty

Bei den diesjährigen Paracyclings in Südafrika fuhr die deutsche Radfahrerin Denise Schindler mit einer aus dem 3-D-Drucker stammenden Beinprothese und holte sich die Silbermedaille. Vorteil der gedruckten Prothese: Ihre Herstellung ermöglicht eine ganz individuelle Anpassung. Die perfekte Art also, um ein passgenaues Unikat zu produzieren.

Kleidung

Foto: Getty

Models zeigen auf der 3-D-Fashion, die im Juli 2016 in Düsseldorf stattfand, Mode aus dem Drucker. 3-D-Kleider hätten einen äußerst praktischen Vorteil: Die normierten Kleidergrößen, die bei vielen Verbrauchern oft zu Frust in der Umkleidekabine führen, würden der Vergangenheit angehören. Der Drucker könnte an jeder Stelle beliebig viel wegnehmen oder hinzufügen. Ob jemand Größe 32 oder 42 trägt, ist dann vollkommen egal. Weiterer Vorteil: Beim 3-D-Druck können sich Verbraucher auch selbst als Designer austoben.

Spielzeug

Foto: Makerbot

Kinder in Chile entwarfen in einem Projekt diesen Roboter und stellten ihn per 3-D-Druck her. Dabei half eine spezielle Smartphone-App, auf der die jungen Tüftler ihre Ideen digital erstellen konnten. Anschließend übermittelte die App einen Druckauftrag an einen 3-D-Drucker. Das fertige Gehäuse wurde am Ende mit Elektronik ausgerüstet, sodass der digitale Spielkamerad sich auch automatisch fortbewegen kann.

Musikinstrumente

Foto: odd.org.nz

Kunstvolles Design ist nicht nur in der Mode wichtig: Auch diese Gitarren sind mit ihren schönen Schnörkeln aus Kunststoff ein echter Hingucker. Im Instrumentenbau etabliert sich der 3-D-Druck seit einigen Jahren zu einer ernstzunehmenden Herstellungsalternative. Dann allerdings natürlich ohne Löcher. Denn für einen guten Klang brauchen Instrumente einen geschlossenen Klangkörper. Außerdem bestehen auch bei diesen 3-D-gedruckten Gitarren Hals und Kern weiterhin aus Holz.

Mumien

Foto: Gustav-Lübcke-Museum

Mithilfe des 3-D-Drucks rekonstruierte man im westfälischen Hamm eine ägyptische Mumie. Diese ist in der dortigen Ausstellung „Mumien – Der Traum vom ewigen Leben“ (3.12.2017 – 17.06.2018) im Gustav-Lübcke-Museum zu sehen. Die Original-Mumie war bei einem Brand während des zweiten Weltkriegs zerstört worden. Den Rekonstrukteuren blieb nur ein Bild des Originals (siehe oben). Aus ihm konnten sie die wichtigsten Maße ableiten und digitalisieren.

Miniaturfiguren

Foto: dpa

Auch das ist mit der additiven Technologie möglich. Fotorealistische Nachbildungen werden mithilfe eines 3-D‑Scans erfasst, in ein virtuelles 3-D-Modell umgewandelt, dann gedruckt. Ganz ohne Handwerks Kunst geht es aber nicht: Feinheiten, die die Figuren besonders realistisch erscheinen lassen, werden von Menschenhand nach dem Druck eingearbeitet.