Gentrifizierung

Zurück in die Stadt


Immer mehr Menschen ziehen in Metropolen

Berlin. In seiner Regierungserklärung Mitte vergangenen Monats hat Klaus Wowereit 30.000 neue Wohnungen versprochen. „Wir werden uns besonders um die Bezahlbarkeit der kleinen Wohnungen für Geringverdiener kümmern“, sagte Berlins regierender Bürgermeister.

Höhere Ansprüche an kulturelles Angebot

Und das ist dringend nötig. Nach Berechnungen des Berliner Wohnungsmarktberichts ziehen pro Jahr durchschnittlich 11.000 Personen neu in die Hauptstadt. Dem stehen lediglich 3.000 neue Wohnungen gegenüber.

Berlin wächst wie andere Metropolen auch – und das entgegen dem bundesweiten Trend, denn Deutschlands Bevölkerung schrumpft in den nächsten Jahren. Gründe für die Renaissance der Städte gibt es mehrere. „Auf dem Land sinkt die Zahl der Arbeitsplätze, dafür entstehen neue in Metropolregionen“, erklärt Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

„Außerdem haben in den zurückliegenden Jahren immer mehr junge Menschen bessere Bildungsabschlüsse erworben. Sie haben daher auch höhere Ansprüche an das kulturelle Leben in ihrem Wohnort. Städte sind da viel attraktiver.“

Was hat die Landflucht für Folgen? „Für die Städte ist der Trend zunächst einmal positiv, denen ging es in den 90er- Jahren viel schlechter“, so Kröhnert. Kehrseite der Medaille: Wegen der steigenden Mieten müssten Menschen mit geringerem Einkommen aus angestammten Vierteln in weniger attraktive Quartiere ausweichen. Gentrifizierung wird dieser Effekt genannt.

Während in der Stadt der Immobilienmarkt boomt, gerät er in besonders entlegenen Gebieten unter Druck. „Dort stehen bereits viele Häuser als unverkäuflich leer“, sagt der Experte. Eine eigene Immobilie ist damit nicht mehr in jedem Fall eine gute Vorsorge für das Alter.

Außerdem leidet die Wirtschaft, weil der Konsum zurückgeht. Und den Gemeinden gehen die Steuerzahler aus. Aber die Kosten für die Infrastruktur bleiben gleich hoch.

Der ländliche Raum hat Überlebenschancen

Eine weitere Folge: „Das Dorf als sozialer Lebensmittelpunkt für eine Gemeinschaft ist auf dem Rückzug.“ Viele Orte existierten nur noch als reine Wohngebiete.

„Manche Dörfer in den von uns untersuchten Regionen haben in den vergangenen fünf Jahren 20 Prozent ihrer Einwohner verloren“, schildert Kröhnert. Dennoch sieht er für den ländlichen Raum Überlebenschancen: „Großgemeinden müssten sich mit Investitionen auf ihre attraktiven, zukunftsfähigen Dörfer konzentrieren. Und beispielsweise auch Schrott-Immobilien abreißen.“

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Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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