Tipp der Woche

Zur Sache, Schätzchen!

So profitieren Sie clever und ohne Risiko von der Lage am Finanzmarkt

Keine Sorge, hier drohen Ihnen keine Eifersuchtsdramen: Bundesschatzbriefe, liebevoll Bundesschätzchen genannt, sind eine solide Geschichte.

Allerdings haben sie durchaus Charme – wenn Sie unabhängig von der Altersvorsorge Monat für Monat ein paar Euro für Anschaffungen auf die hohe Kante legen können und keinerlei Gebühren zahlen wollen.

Zwar sind die Zinssätze nicht spektakulär, aber sie

  • sind sicher – schließlich leihen Sie Ihr Geld Vater Staat,
  • steigen während der Laufzeit schrittweise an, und
  • die Papiere lassen sich innerhalb bestimmter Grenzen vorzeitig verkaufen, falls Sie das Geld anders anlegen möchten.

Sind Sie Typ A oder Typ B?

Es gibt zwei Varianten: Bundesschatzbriefe vom Typ A laufen sechs Jahre, die Zinsen werden jährlich gezahlt. Bei Typ B fließen alle Zinsen (mit Zinseszins) erst am Ende der siebenjährigen Laufzeit. Das kann, wie gleich erklärt wird, für die Steuer von Vorteil sein.

Schon ab 52 Euro ist die Anlage (direkt bei der staatlichen Deutschen Finanzagentur) beziehungsweise 50 Euro möglich (alle Banken und Sparkassen). Das ermöglicht die folgende Anlagestrategie, die in der aktuellen Zinssituation lukrativ erscheint:

  • Sie kaufen, je nach Kassenlage, jeden Monat ein oder mehrere Schätzchen. Bei Redaktionsschluss bot der Staat einen schrittweisen Zinsanstieg von 4,0 auf 4,5 Prozent; das Angebot wird laufend aktualisiert.
  • Geht es mit den Zinsen weiter nach oben – die Zentralbank hat für September die nächste Leitzinserhöhung angekündigt –, dann profitieren Sie bei der Neuanlage ganz automatisch.

Vor allem aber bieten die Papiere einen Vorteil: Frühestens ein Jahr nach dem Kauf kann man sie jederzeit kostenlos und unbürokratisch gegen welche zu aktuellen Konditionen eintauschen. Obergrenze: pro Anleger 5.000 Euro im Monat.

Alternativ kann man die Papiere, im gleichen Rahmen, vorzeitig zu Geld machen.

Die Bundesschätzchen erhalten Sie in jeder Bank oder Sparkasse, dafür dürfen die Institute keine Gebühren berechnen. Lassen Sie sich auch kein kostenpflichtiges Depot für Ihre Schätze aufschwatzen: Im Zweifel reicht der Hinweis, dass Sie den Eintrag in das Schuldbuchkonto der Deutschen Finanzagentur wünschen.

Sie können dort auch direkt anlegen: Antrag besorgen, ausfüllen und in den Briefkasten stecken (Kontakt siehe Kasten). Auch Daueraufträge und Einzugsermächtigungen dürfen Sie hier bedenkenlos erteilen.

Der Fiskus als Nebenbuhler

Wenn Ihre Zinserträge den Sparerfreibetrag überschreiten, sind Steuern fällig. Wichtig: Entscheidend ist das Jahr, in dem die Erträge ausgezahlt werden. Beim Bundesschatzbrief vom Typ B fallen sie wie gesagt geballt nach sieben Jahren an, sodass der Freibetrag dann rasch ausgeschöpft ist.

Andererseits ist ab 2009 auf Kapitalerträge nicht mehr der persönliche Steuersatz fällig, sondern pauschal 25 Prozent. Wer beispielsweise einen Steuersatz von 30 Prozent hat, für den kann Typ B allein deshalb interessanter sein.


Kontaktadresse

Zinsangebot: gratis unter 0800-222 55 60 (Ansagetelefon), 0800-222 55 70 (Faxabruf) oder www.deutsche-finanzagentur.de (Klicken Sie auf „Privat-Anleger“ und „Aktuelle Konditionen“).

Anträge für die Direktanlage ohne Hausbank: unter der Gratis-Servicenummer 0800-222 55 10 (bis 18.30 Uhr montags bis donnerstags, bis 16.30 Uhr freitags) oder bei der Deutschen Finanzagentur, Lurgiallee 5, 60295 Frankfurt.

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Schlagwörter: Private Finanzen

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