Unternehmens-Strategien

Zum Export gibt es keine Alternative


Warum der Außenhandel für uns so wichtig ist

Sieben Mal hintereinander stand Deutschland auf dem Siegertreppchen: Seit 2003 ist unsere Wirtschaft Exportweltmeister, lieferte allein 2008 Waren im Gesamtwert von 995 Milliarden Euro ins Ausland. Doch mit der Wirtschaftskrise kehrte Ernüchterung ein. Die Ausfuhren gingen erstmals zurück – rapide. Weil die Welt weniger Maschinen, Autos, Loks und Chemie-Erzeugnisse kauft.

Nun streitet die Fachwelt, ob Deutschland sich von seinem Erfolgsmodell „Export“ verabschieden sollte. Eine Mehrheit der Volkswirte hält die bisherige Strategie allerdings für alternativlos.

Deutschland müsse weiterhin hochwertige Güter ins Ausland verkaufen, um seine hohen Einkommen zu sichern, argumentiert etwa Professor Christoph Schmidt, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Für den Management-Professor und Unternehmensberater Hermann Simon wäre es „völliger Blödsinn, sich von der Exportorientierung zu verabschieden. Viele deutsche Produkte sind unersetzbar.“ Simon spielt damit auf die zahlreichen deutschen Hidden Champions an, Unternehmen die in ihrer Nische Weltmarktführer sind.

Ein solcher Hidden Champion ist  Schenk RoTec in Darmstadt. Das Unternehmen ist der Primus bei Maschinen zum Auswuchten. Er beliefert Kunden in mehr als 100 Ländern, der Export steuert 85 Prozent zum Umsatz bei. Vom Inlandsgeschäft könnte das Unternehmen (mehr als 1000 Mitarbeiter) also kaum leben. Zwar leidet auch dieses Unternehmen unter der weltweiten Krise.  Aber: „Der Export ist – und bleibt – die einzige Möglichkeit zu wachsen. Unsere Löhne zahlen heute die Kunden aus China, Indien und Brasilien“, sagt dazu Ralf-Michael Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung. Der Anteil der Ausfuhren sei im ersten Halbjahr 2009 sogar noch gestiegen.

In China gut in Fahrt

„Wir sehen Aufwärtstendenzen in China und Brasilien, weil dort vor allem die Auto-Industrie verstärkt investiert. Die braucht nun mal unsere Auswuchttechnik“, so Fuchs.

Auch für die deutschen Autobauer, die durch die Krise stark ausgebremst wurden, ist der Export der Motor. Und die setzen nun verstärkt auf die aufstrebenden Länder Asiens.

Mit Erfolg: Audi, BMW und Mercedes kamen jetzt in China so richtig auf Touren. So verkaufte die VW-Tochter Audi im im September im Land des Drachen rund 15000 Fahrzeuge – 37 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Konkurrent BMW kam auf einen Absatzanstieg von 35 Prozent und Daimler fuhr sogar ein Plus von 56 Prozent ein.

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