Innovation

Zeit ist Geld


Wie Chemie aus Baden-Württemberg für Fortschritt sorgt

Wir haben es eilig. Ob beim Hausbau, beim Renovieren oder bei der Auto-Reparatur: Schnell soll es gehen – und preiswert sein. Deshalb entwickelt die chemische Industrie ständig neue Produkte, die Zeit und Geld sparen.

Zwei Schritte in einem

Der Möglinger Spezialist Paul Jaeger, Hersteller von Lacken, Spachtelmassen und Absperrgrundierungen, hat eine neue Holzgrundierung entwickelt. Die isoliert und grundiert mit nur einem Auftrag. „Die Grundierung auf Acryl-Wasserbasis enthält weiße Pigmente“, erklärt Lack-Experte Otto Baumann. „Die Pigmente verhindern, dass Inhaltsstoffe aus dem Holz durchschlagen. Das vermeidet Harzflecken.“

Blitzschnell trocken

Schicht für Schicht, so baut man fachmännisch einen Boden auf. Doch bis Grundierung, Abdichtung, Spachtelmasse und Mörtel durchgehärtet sind, herrscht erst mal Baustopp.

Der Verlegewerkstoff-­Her­steller Kiesel in Esslingen hat deshalb schnellhärtende Werkstoffe entwickelt. Etwa Blitzzement – fest in fünf Minuten! Wie das? „Wir arbeiten mit mineralischen Bindemitteln“, erklärt Matthias Hirsch, Leiter Forschung und Entwicklung. „Unsere Verlegewerkstoffe werden mit Wasser angerührt. Aus Wassermolekülen und Bindemittel entstehen feste, nadelförmige Kristalle – das Material wird sofort hart.“

Aufklopfen? Entfällt!

Neues Bad gefällig? Der Sanitärprofi Geberit in Pfullendorf erleichtert die Arbeit. Statt die Wand aufzustemmen, um neue Rohre darin zu verlegen, setzt man ein sogenanntes Installationssystem davor. So geht’s:

Um WC oder Waschbecken aufzuhängen, wird zuvor ein Tragsystem aus Stahl montiert, mit flexiblen Wasseranschlüssen.

Das alles verschwindet anschließend hinter imprägniertem Gipskarton oder Kalziumsilikatplatten. Der Vorteil: Dieser Baustoff lässt Wasserdampf durch und kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.

Im Nu fahrbereit

Stehen Nutzfahrzeuge in der Werkstatt, kostet das Geld – rasche Reparaturen sind gefragt. Für den Austausch großer Scheiben bei Lkws und Bussen hat Henkel am Standort Heidelberg superschnelle Klebstoffe entwickelt: „Bei dem Zwei-Komponenten-System verkürzt sich die Aushärtung von 16 auf nur 3 Stunden“, versichert Joachim Plotzitzka, Trainer im Schulungszentrum.

Normalerweise härten Kleber auf Polyurethan-Basis durch die Luftfeuchtigkeit aus. Jetzt sorgt ein spezieller Zusatz für eine schnelle Reaktion. Er härtet unabhängig von Luftfeuchtigkeit und Temperatur aus.

Fix lackiert

Kleiner Kratzer, großer Ärger: Neu-Lackierungen am Auto sind teuer. Da helfen die Aufkleber des Lackherstellers AkzoNobel in Stuttgart: „Ein Fachmann lackiert eine Folie mit einer Basis- und einer Klarlackschicht im Farbton des beschädigten Fahrzeugs“, erklärt Armin Dürr, Leiter Technik. „Dann klebt man die Folie wie ein Pflaster auf Steinschläge und Kratzer.“ Der Aufkleber schützt auch vor Rost.

Aber selbst eine Komplett-Lackierung geht fix – dank UV-Lacken. Bestrahlt man sie mit energiereichem UV-Licht, trocknen sie wesentlich schneller als herkömmliche Farben.

Artikelfunktionen


Unternehmen in diesem Artikel

Paul Jaeger GmbH & Co. KG

Kiesel Bauchemie GmbH u. Co. KG

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Kiesel Bauchemie GmbH u. Co. KG
Wolf-Hirth-Straße 2
73730 Esslingen am Neckar

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Geberit Vertriebs GmbH

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Geberit Vertriebs GmbH
Theuerbachstraße 1
88630 Pfullendorf

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Akzo Nobel GmbH

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Akzo Nobel GmbH
Kreuzauer Straße 46
52355 Düren

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Henkel AG & Co. KGaA

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