Tipp der Woche

Zeit ist Geld


Wann geht es weiter? Warten ist lästig – aber wenigstens kann es sich jetzt lohnen. Fotos: Eifrig (2)

Verspätungen: Was Bahn- und Flugreisenden zusteht

Berlin. Endlose Verspätung, ausgefallener Zug, verpasster Flug – wer noch nicht urlaubsreif war, ist es nach so einem Start in die Ferien ganz bestimmt. Immerhin: Ab Ende Juli haben Bahnkunden mehr Rechte, die zudem jetzt gesetzlich festgeschrieben sind.

Mehr Geld – und zwar in bar

Besonders wichtig: Bei Verspätungen gibt’s mehr Geld zurück. Nach zwei Stunden zum Beispiel den halben Fahrpreis (eine Tabelle finden Sie unter www.aktiv-online.info/verspaetung).

Gutscheine muss man jetzt nicht mehr akzeptieren: „Auf  Wunsch erhält der Kunde auch Bargeld“, bestätigt ein Sprecher der DB Mobility Logistics AG.

Kommt ein Zug voraussichtlich mehr als eine Stunde später, kann man sein Ticket ganz zurückgeben und bekommt den Preis erstattet.

Dabei kommt es nun nicht mehr auf die Abfahrtszeit an, sondern auf den Zeitpunkt, zu dem man voraussichtlich das gebuchte Ziel erreicht. „Diese Regelung ist deutlich kundenfreundlicher, weil die gesamte Reisekette betrachtet wird“, sagt der Bahn-Sprecher, „auch die aus Zügen verschiedener Unternehmen.“  Wer  also  wegen einer geringen Verzögerung den Anschluss verpasst und dann mindestens eine Stunde zu spät am Endziel ist, bekommt Geld.

Betroffene sollten sich eine Verspätung vom Zugpersonal oder am „Service-Point“ (Auskunftsschalter) bestätigen lassen. Das Formular und der Fahrschein – Kopie genügt – müssen beim „Servicecenter Fahrgastrechte“ der Bahn eingereicht werden; Details sollen ab Mitte Juli im Netz stehen (www.bahn.de/fahrgastrechte).

„Allerdings greifen die Regelungen nur, wenn die Bahn die Ursache der Verspätung zu vertreten hat“, so der Sprecher.

Wer mit der Bahn zum Flughafen fährt, sollte viel Luft im Zeitplan lassen: „Wer wegen Verspätungen oder Zugausfällen einen Flug verpasst, kann keinen Schaden geltend ma-chen“, warnt Expertin Anke Lobmeyer von der Schlichtungsstelle Mobilität.

Hat das Flugzeug selbst Verspätung, ist Geduld gefragt: Je nach Streckenlänge muss man zwei bis vier Stunden auf den Abflug warten! Erst dann muss eine Airline „Unterstützungsleistungen“ anbieten (Details finden Sie ebenfalls in unserer Tabelle im Internet).

Nach fünf Stunden Warterei könnten Sie vom Flug zurücktreten. Nur lohnt sich das meist nicht, weil eine neue Buchung teurer käme. Gutes Geld gibt es aber, wenn die Airline den Flug selbstverschuldet abbläst.

Vorsicht bei Exoten

Ansprechpartner ist jeweils das Bodenpersonal: Es ist verpflichtet, Sie über Ihre Rechte zu informieren! All diese kundenfreundlichen Regelungen gelten aber nur innerhalb der EU sowie bei Flügen mit europäischen Gesellschaften. Wer also in exotische Gefilde reist, sollte bei der Buchung nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Herkunft der Fluglinie achten.

Info: Gratis-Broschüre im Netz

Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland bietet für Bahn- wie für Flugreisende je ein kostenloses Info-Heft an: „Fahrgastrechte: Clever Reisen!“ und „Fluggastrechte: Clever Reisen!“ Beide findet man auf www.eu-verbraucher.de (auf „Veröffentlichungen“ klicken, dann auf „Broschüren“).

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Schlagwörter: Recht Verkehr

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