Wirtschaftslexikon

Zahlungsbilanz

Die Zahlungsbilanz bildet den wirtschaftlichen Austausch von Waren, Dienstleistungen und Kapital eines Staates mit dem Ausland ab. Sie gibt somit Auskunft über die aktuelle ökonomische Verflechtung zwischen Volkswirtschaften und wird in der Regel jährlich erstellt.

Die wichtigsten Bestandteile der Zahlungsbilanz sind die Leistungs- und die Kapitalbilanz. Die Leistungsbilanz erfasst vor allem den Handel von Waren und Dienstleistungen, aber auch den grenzüberschreitenden Transfer von Einkommen. In der Kapitalbilanz wird hingegen der Kapitalverkehr berücksichtigt, also etwa grenzüberschreitende Investitionen, Kreditvergaben oder Wertpapiergeschäfte.

Die Leistungsbilanz von Deutschland ist seit Jahren positiv. Zuletzt lag sie meist bei mehr als 150 Milliarden Euro. Das liegt vor allem am Handelsbilanzüberschuss: Der Wert der exportierten Güter übersteigt den Wert der importierten Waren. Aber auch der Saldo aus den Transfers von Erwerbs- und Vermögenseinkommen ist positiv. Grund dafür sind Dividenden und Zinsen aus Vermögen, die Deutsche in der Vergangenheit im Ausland angehäuft haben.

Güterexport bedeutet auch Kapitalexport

Die deutsche Kapitalbilanz ist hingegen seit Jahren negativ. Und das muss sie auch sein. Denn sie ist das Spiegelbild der Leistungsbilanz. Deren Überschüsse führen zwangsläufig zum Export von Kapital: Statt Güter im Ausland zu kaufen, erwerben die Deutschen Anteile an Unternehmen, investieren in Wertpapiere oder gewähren Kredite. Unterm Strich ist die Zahlungsbilanz immer ausgeglichen.

Andere Staaten weisen seit Jahren eine gegensätzliche Zahlungsbilanz auf: negative Leistungs- und positive Kapitalbilanzen. Dazu gehören neben europäischen Krisenländern auch die USA. Um ihr Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren, müssen sie seit Jahren Kapital importieren.


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