Krankenversicherung

Zahlen? Nicht nötig!

Was Sie tun können, wenn Ihre Kasse einen Zusatzbeitrag fordert

Rollt auf die gesetzlich Krankenversicherten tatsächlich „eine Welle von Zusatzbeiträgen“ zu, wie es der Spitzenverband der Kassen prophezeit hat? Experten sind sich uneins. Fest steht: Wenn eine Kasse mit dem ihr zustehenden Geld nicht auskommt, darf sie einen Nachschlag fordern. Doch dafür gibt es klare Regeln.

Wie viel kann die Kasse zusätzlich von einem Arbeitnehmer verlangen?

Entweder ohne Einkommensprüfung bis zu 8 Euro pro Monat – oder einkommensabhängig höchstens 1 Prozent des „beitragspflichtigen Einkommens“. Der Betrieb zahlt hier ausnahmsweise nichts dazu.

Wie wird dieses Extra-Geld überwiesen?

Ein Zusatzbeitrag wird nicht vom Arbeitgeber an die Krankenkasse abgeführt, sondern direkt von Ihnen bezahlt. Ohne Ihre Zustimmung kann die Kasse aber nichts einziehen.

Muss ich denn so einen Zusatzbeitrag abdrücken?

Nein! Sie müssen zwar zahlen, wenn Sie bei Ihrer Kasse bleiben. Aber Sie dürfen sofort wechseln: Sie haben ein „Sonderkündigungsrecht“. Und wer kündigt, muss den Zusatzbeitrag nicht zahlen. Aber Achtung: Wer mit der Kasse einen Wahltarif vereinbart hat, kann nicht wechseln.

Welche Fristen gelten?

Ihre Krankenkasse muss Sie schriftlich über die geplanten Zusatzbeiträge und über Ihr Sonderkündigungsrecht informieren. Danach können Sie innerhalb von einem Monat kündigen.

Wenn ich trotzdem bei meiner Kasse bleiben will – wird der Zuschlag dann auch für meine Kinder fällig?

Nein. Familienversicherte Kinder und Ehepartner müssen keinen eigenen Zusatzbeitrag zahlen.

Wer beantwortet weitere Fragen dazu?

Das Bürgertelefon des Gesundheitsministeriums. Es ist montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr erreichbar unter den Rufnummern 01805-9966-01 und 01805-9966-02. Ein Festnetz-Anruf kostet pro Minute 14 Cent.


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