Interview

„Zahl der Bauern steigt"


Jungferkel: Deutschlands Bauern halten mehr Mastschweine denn je. Foto: fotolia

Trendwende in Agrarbranche

Es gibt wieder mehr Arbeitsplätze in der Land-wirtschaft. Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands in Berlin, erklärt diese Entwicklung.

AKTIV: Die Bauern werden weniger. So war es jahrzehntelang. Stimmt das noch?

Born: Nein. Seit fünf Jahren steigt die Zahl der Landwirte wieder. 2006 hatten wir den Tiefpunkt mit 837.000 Beschäftigten. Inzwischen sind es wieder fast 860.000 Bauern.

AKTIV: Woher kommt diese Trendwende?

Born: Vor allem die Tierhaltung und der Anbau von Obst und Gemüse haben in den letzten Jahren stark zugenommen.

AKTIV: Können Sie konkrete Zahlen nennen?

Born: Unsere Obst- und Gemüsebauern haben ihre Flächen binnen zehn Jahren um fast ein Fünftel ausgedehnt. Die Geflügelhaltung nahm ähnlich stark zu. Auch die Zahl der Mastschweine wuchs enorm. 1995 wurden hierzulande etwa 39 Millionen Schweine geschlachtet, im vorigen Jahr 59 Millionen.

AKTIV: Essen die Deutschen mehr Fleisch?

Born: Wir exportieren mehr. Etwa Wurst- und Fleisch-Spezialitäten nach Russland, Südkorea und China. Die Menschen dort mögen Schweinefleisch.

AKTIV: Gibt es weitere Gründe für die steigende Zahl der Landwirte?

Born: Die nachwachsenden Rohstoffe, also der Anbau von Raps, Mais, Getreide für Biosprit und Biogas. Die Anbauflächen haben sich seit 1997 auf 2,2 Millionen Hektar verfünffacht.

AKTIV: Geht das auf Kosten der Nahrungsmittel?

Born: Bisher nicht. Viele Flächen, wo Raps für Biodiesel wächst, hatten die Landwirte vorher wegen der Überschüsse nicht mehr genutzt. Außerdem: Wir erzeugen heute mehr Nahrungsmittel, als wir selbst verbrauchen.

 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang