Betongold mit Tücken

Worauf Sie beim Immobilien-Kauf unbedingt achten sollten


Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Manchmal ist der Lack ganz schnell ab ... Foto: Roth

Berlin. „Mehrfamilienhaus als Top-Kapitalanlage“ oder „Schnäppchen mit Traumrendite“ – so preisen Vermittler jetzt Immobilien in der Zeitung, im Netz oder gleich direkt an der Haustür an. Solche Angebote sind mit Vorsicht zu genießen!

Beispiel-Rechnung ist oft geschönt

Kaufen und vermieten – das kann sich lohnen, birgt aber stets auch Risiken. Bei Versprechen wie „bis zu 10 Prozent Rendite“ sollten jedenfalls die Alarmglocken schrillen. „Derartige Offerten sind unseriös“, sagt Torsten Weidemann, Experte beim Eigentümerverein Haus & Grund.

4 Prozent sind vielleicht drin – mehr nicht

Er hält eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals von um die 4 Prozent für realistisch. Rechnungen der Vermittler sind nämlich oft geschönt: Sie gehen von überhöhten Mieteinnahmen aus, erklären die mögliche Steuerersparnis am Beispiel von Spitzenverdienern mit hohen Steuersätzen oder berücksichtigen nicht die tatsächlichen Kosten beim Erwerb und für den Unterhalt der Immobilie.

Selbst wenn ein Angebot an sich seriös ist: Betongold-Investment ist kein Selbstläufer – und nicht immer so solide, wie man denkt.

Weder langfristiger Wertzuwachs noch stetig sprudelnde Mieteinnahmen sind ja garantiert. Was zum Beispiel, wenn ein Mieter plötzlich auszieht und nicht gleich ein neuer folgt?

Dann fallen die Einnahmen weg, die Kosten laufen weiter. Das ist auch in Zeiten niedriger Zinsen bitter. Und in manchen Landkreisen werden gebrauchte Immobilien bald kaum noch zu verkaufen sein, weil die Bevölkerung schrumpft.

Wichtig ist es jedenfalls, auf alle Kosten zu achten: Beim Erwerb werden Notar- und oft auch Maklergebühr sowie die Grunderwerbsteuer fällig – das verteuert den Kaufpreis locker um 10 Prozent. Zudem muss man als Eigentümer Rücklagen für Renovierungen bilden, um den Besitz in Schuss zu halten. Dazu kommt die Vergütung des Verwalters, falls man sich nicht selbst um das Objekt kümmern kann oder will. All das wird die Rendite weiter verringern.

Für Laien ist es nicht einfach, Risiko und Ertrag am Immobilienmarkt abzuwägen. Der alte Leitspruch für Käufer gilt jedenfalls nach wie vor: „Lage, Lage, Lage“. Man muss also darauf achten, dass das Objekt am richtigen Platz steht. Gute Standorte bleiben laut Eigentümerverband Haus & Grund die Innenstädte, vor allem in den Ballungsräumen.

Mehr zum Thema:

Immobilien zur Geldanlage sind gefragt wie selten. Kein Wunder, dass unseriöse Anbieter versuchen, wackelige Mietobjekte an Laien zu verhökern. Wann sollten da die Alarmglocken klingeln? Was sollte man sonst beachten?

Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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