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Wissen schafft Sieger


Öko-Technikwunder: „Vision Efficient Dynamics“von BMW ist ein umweltfreundlicher Hybrid-Renner. Genetische Diagnostik. Bald lassen sich Medikamente individuell auf den einzelnen Patienten abstimmen

Wenn Menschen an ihr Limit gehen, kommen Forschung und Wirtschaft voran

Winterspiele im kanadischen Vancouver: Die Jagd nach Rekorden versetzt Teilnehmer und Zuschauer bei den olympischen Wettkämpfen in Hochspannung. Athleten geben ihr Bestes und erreichen Ziele, die man für Utopie hielt.

Das passiert auch in der Industrie. Dort sind es Forscher, die medaillenwürdige Spitzenleistungen bringen. Die Resultate sind Smart-Phones, neue Medikamente, Solartechnik,  Tablet-PCs wie das in den USA präsentierte iPad oder intelligente Autos.

Der Wunsch nach einer besseren Welt

Elektro- und Hybridantrieb entsprechen unserem Wunsch nach flotter, sparsamer und umweltfreundlicher Fortbewegung. Dem Autobauer BMW aus München gelang mit der Hybrid-Studie „Vision Efficient Dynamics“ (365 PS, Verbrauch: 3,76 Liter auf 100 Kilometer) ein Öko-Technik- wunder. Und mit der „Antares DLR-H2“ absolvierte kürzlich das erste Brennstoffzellen-Flugzeug der Welt seinen Jungfernflug über Hamburg. 59 Milliarden Euro flossen im Jahr 2008 bundesweit in Forschung und Entwicklung. Mehr als in jedem anderen Staat in Europa.

Was aber treibt Mensch und Unternehmen an, so viel Zeit und Geld zu investieren, um ein Ziel zu erreichen? „Es gibt dafür fünf Triebfedern“, sagt Professor Andreas Groß, Leiter Technologietransfer am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen. „Einmal die Neugier. Dann der Wunsch nach Anerkennung. Geld. Die Welt verbessern wollen. Und es gibt äußere Sachzwänge, die uns zur Forschung zwingen.“

Ähnlich sieht es Andreas Kreimeyer, Forschungssprecher des Chemie-Konzerns BASF in Ludwigshafen: „Lösungen für die drängenden Herausforderungen der Zukunft finden“, sagt er. Nicht nur aus reinem Forscherdrang. Sondern weil es sich auch lohnt: Allein aus Produkt-Innovationen will das Unternehmen in diesem Jahr 6 Milliarden Euro einnehmen.

Im Fokus der Forscher stehen heute vier Themenfelder: Energie, Wasser, Gesundheit und Sicherheit, so definiert es jedenfalls das Fraunhofer-Ins-titut. Was sie beinhalten, erklärt Wissenschaftler Groß so: 

Beispiel Energie

„Bis zum Jahr 2050 kommen zu den heute 6,7 Milliarden Menschen noch einmal 3 Milliarden dazu. Wir brauchen also viel mehr Energie. Die muss man umweltfreundlich erzeugen, zum Beispiel mit der Brennstoffzelle. Mit Windenergie. Mit Solartechnik. Sonnenenergie ist das Einzige, was wir kostenfrei in ausreichender Menge von außen bekommen.“

Beispiel Wasser

„Fast 900 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser – ein Siebtel der Weltbevölkerung. Gute Verteilungssysteme in der Wüste und in großen Städten sind ebenso nötig wie eine effektive Trinkwasserreinigung“, so Groß. Dafür nutzt man bereits hartes ultraviolettes Licht. Die hochenergetischen UV-Strahlen zerstören das Erbgut von Krankheitserregern, die sich im Wasser befinden.

Beispiel Gesundheit

„Schnelle und zuverlässige Medikamentenentwicklung, neue Technologien im OP, maßgeschneiderte Prothesen“, fasst der Wissenschaftler zusammen. Winzige Sensoren, in Blutgefäße implantiert, könnten zum Beispiel den Zuckerspiegel messen und bei Bedarf Insulin aus einem Reservoir freisetzen.

Beispiel Sicherheit

„Terroristische Angriffe, Industrie-Unfälle und Pandemien stellen eine Bedrohung für unsere Gesellschaft dar. Hier bietet eine bessere Technologie den besten Schutz.“

In der Lösung großer Probleme sieht Groß die stärksten Investitionstreiber. Das macht er mit einem Augenzwinkern am Beispiel „Klimawandel“ deutlich: „Da war doch der Megasommer 2003“, erzählt er. Alle stöhnten unter der Hitze, er selbst kühlte seine Füße unterm Schreibtisch in einem Eimer mit kaltem Wasser. „Und wissen Sie was?“, sagt er, „seit diesem Zeitpunkt sind Klima-Anlagen in fast jedem Kleinwagen serienmäßig eingebaut!“

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