Themen-Special Arbeitskosten

Wirtschaftsführer schlägt Alarm: Wir werden im internationalen Vergleich zu teuer

München. Wachstum und Wohlstand sind auf Dauer in Gefahr! Mit dieser eindringlichen Warnung hat sich Alfred Gaffal neuerlich zu Wort gemeldet, der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft: „Die Schere zwischen Arbeitskosten und Produktivität geht immer weiter auseinander.“

Gaffal verweist darauf, dass die Arbeitskosten in Deutschland mittlerweile um 8,3 Prozent höher liegen als noch 2010. Dagegen nahm die gesamtwirtschaftliche Produktivität, also die erzeugte Menge je Stunde und Erwerbstätigem, nur um 2,6 Prozent zu.

„Deutschland und Bayern verlieren damit an Wettbewerbsfähigkeit“, warnt der Arbeitgeberpräsident. In der westdeutschen Industrie, die sich im globalen Konkurrenzkampf täglich neu behaupten muss, „liegen wir bei den Arbeitskosten ein Viertel über dem Schnitt der anderen Industriestaaten. In den mittel- und osteuropäischen Staaten und in den Schwellenländern sind die Kosten noch weit niedriger“.

Trotz der gegenwärtig guten Zahlen bei Arbeitsmarkt und Staatshaushalt zeichnen sich laut Gaffal „ernsthafte Gefahren für den Standort ab“. Deshalb müsse die Politik jetzt „alles unterlassen, was die Arbeitskosten weiter in die Höhe treibt“. So dürfe es keine erneuten Einschränkungen bei der Zeitarbeit geben. (Das komplette Interview mit Alfred Gaffal lesen Sie hier auf AKTIVonline.)

In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ist der Einsatz von Zeitarbeitnehmern nach der Einführung von Branchenzuschlägen Ende 2012 im Durchschnitt um 17 Prozent teurer geworden. Das ergab eine Umfrage der Arbeitgeberverbände bayme vbm.


Was ist passiert bei den deutschen Lohnstückkosten? Was sollte die Politik jetzt tun? Wie reagieren unsere Metall- und Elektro-Betriebe, wie halten sie sich fit für den Wettbewerb? Und welche Chancen haben angelernte Quereinsteiger in der Industrie – trotz der hohen Einstiegslöhne? Lesen Sie dazu die folgenden Berichte:

Jobwunder! Exportrekord! Innovationskraft! Also alles easy, oder? Nicht ganz: Unsere Industrie ist dabei, ein Stück ihrer Stärke zu verlieren – wegen der Arbeitskosten. AKTIV erklärt, warum Deutschland in Bedrängnis gerät.

Das Ausland wird besser, bei uns gibt es „Stillstand und Rückschritt“: Alfred Gaffal, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, ist alarmiert. Was er von der Politik fordert, lesen Sie hier.

Wie kann der Hochlohnstandort D bestehen gegen aufstrebende Länder mit deutlich niedrigeren Arbeitskosten? Industrie-Unternehmen lassen sich da einiges einfallen. Wir zeigen das an fünf konkreten Beispielen aus Bayern.

Betriebe müssen nicht nur das Entgelt, sondern auch viele soziale Extras schultern. AKTIV erklärt am Beispiel eines Mitarbeiters im verarbeitenden Gewerbe Bayerns die einzelnen Kostenblöcke.

Als Zeitarbeiterin gekommen, geblieben – und jetzt einen Industrie-Abschluss in der Tasche: Das Beispiel von Bianca Kargl macht Mut. AKTIV erklärt, warum das Unternehmen ebm-papst solchen Quereinsteigern Chancen gibt.

Nur wettbewerbsfähige Unternehmen können Arbeitsplätze sichern und schaffen. Voraussetzung dafür sind nicht allein verkraftbare Kosten, so Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen M+E-Arbeitgeberverbände.

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