Interview

„Wir werden die Aktivitäten ausbauen“


Auch in unserer Branche werden Fachkräfte knapp

Hannover. Der Geburtenrückgang hat Folgen: Nach einer neuen Studie der Industriestaaten-Denkfabrik OECD wird das Potenzial an Arbeitskräften in Deutschland stärker sinken als in jedem anderen Industrieland. Der Fachkräftemangel beschäftigt auch die deutsche Kautschuk-Industrie. AKTIV sprach mit Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes ADK.

AKTIV:  Ist der Fachkräftemangel schon spürbar?

Schmidt: Unsere Betriebe spüren schon heute einen großen Bedarf vor allem an technischen Fachkräften. Diese Lücke wird in den kommenden Jahren noch deut­lich stärker. Wir müssen Antworten auf die Tatsache finden, dass uns nicht die Arbeit ausgeht, wie früher von manchen befürchtet – sondern die Mitarbeiter!

AKTIV: Wie sollte man darauf reagieren?

Schmidt: Auch wenn es manche nicht gern hören wollen: Deutschland wird verstärkt ausländische Fachkräfte anwerben müssen. Zugleich fühlen wir uns in unseren Bemühungen bestärkt, möglichst viele ein­heimische Jugendliche für einen industriellen Arbeitsplatz zu gewinnen. Insbesondere auch Mädchen und Migrantenkinder. Die Knappheit an Arbeitskräften darf nicht zu einer Wachstumsbremse werden.

AKTIV: Wo setzen Sie im Inland konkret an?

Schmidt: Wir werden unsere Aktivitäten ausbauen, um junge Leute unter anderem für die IdeenExpo in Hannover zu begeistern, die europaweit größte Technik-Schau. Dazu gehen wir in die Schulen und zeigen, welche großen Chancen sich auch in der Kautschuk-Industrie bieten.

AKTIV: Welche Erwartungen haben Sie an die Politik?

Schmidt: Um den drastischen Rückgang der Erwerbstätigenzahl in den nächsten 20 Jahren aufzufangen, plädieren wir dringend für die Beibehaltung der „Rente mit 67“. Sie abzulehnen, führt in eine Sackgasse. Und ist ein Verstoß gegen die Grundrechenarten. Es gibt keine Alternative zu einer längeren Lebensarbeitszeit.

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