Ein Paradies zum Shoppen

Wir Deutschen bekommen mehr fürs Geld als die meisten unserer Nachbarn

Nürnberg/Luxemburg. Die Kauflaune der Deutschen steigt weiter. In diesem Monat wird der Konsumklima-Index, der die Anschaffungsneigung misst, den höchsten Wert seit Dezember 2006 erreichen. Das prognostiziert die GfK-Marktforschung in Nürnberg.

„Die Konjunkturaussichten zeigen sich in blendender Verfassung“, erklärt die GfK den Trend. Auch wegen der niedrigen Sparzinsen geben die Verbraucher gerne Geld aus. Von einer Deflation – dem Teufelskreis aus Kaufzurückhaltung, fallenden Preisen und Konjunkturschwäche – ist also nichts zu sehen.

Hinzu kommt: Die Privathaushalte haben mehr Geld. Denn die Löhne liegen nach Abzug der Inflation in den ersten drei Monaten 2014 um 1,3 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Dieses Plus, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden, sei das stärkste seit fast drei Jahren.

Und für die Euro im Portemonnaie können sich die Deutschen mehr leisten als die Konsumenten in den meisten Nachbarländern.

Schwarz auf weiß zeigt das eine aktuelle Übersicht der europäischen Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg. Der Abstand unserer Verbraucherpreise zum EU-Durchschnitt ist in den vergangenen zehn Jahren sogar kleiner geworden: 2003 lag das deutsche Niveau noch gut 6 Prozent drüber, jetzt sind es 2 Prozent.

Teuerster Anrainer ist übrigens ein Land außerhalb der EU – die Schweiz. Warum, weiß Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank in Frankfurt: „Länder mit eigener Währung wie die Schweiz oder Norwegen haben stark aufgewertet.“ Dorthin ist wegen der Euro-Schuldenkrise viel Kapital geflossen.

Kater nennt einen weiteren Grund für das besonders in Skandinavien hohe Preisniveau: „Die Sozialversicherungssysteme werden dort über Steuern gefüllt.“ Beispiel Mehrwertsteuer, die ja die Waren teurer macht: 25 Prozent beträgt sie in Dänemark und Schweden – 6 Prozentpunkte mehr als hierzulande.


Mehr zum Thema:

Europa im Statistik-Test: In welchem Land bekommt man am meisten für sein Geld? Und wie schneidet da wohl Deutschland ab? Ein aktuelles Ranking von Eurostat zeigt, wo das Leben am teuersten ist – und wo am billigsten.

Das ist Rekord: Die deutschen Gemeinden haben im Jahr 2012 insgesamt über 81 Milliarden Euro Steuern kassiert. Hier zeigen wir Ihnen die 20 Kommunen mit den höchsten durchschnittlichen Steuereinnahmen pro Einwohner.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang