Beschäftigung

Wieder einen richtigen Job


Wachstumsmotor Zeitarbeit

Die Beschäftigtenzahl in den Betrieben der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie ist kräftig nach oben geschnellt. Um 23.000 auf 736.000 Mitarbeiter stieg binnen Jahresfrist die Stammbelegschaft.

Zusätzlich erhöhte sich bei den Zeitarbeitern der Branche die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze um 15.000.

Für viele ist das Wachstum der Zeitarbeit die Chance zu einer festen Anstellung. Rund 6.000 neue Stellen bei der Stammbelegschaft wurden vergangenes Jahr mit übernommenen Zeitarbeitern besetzt.

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Wie Zeitarbeit Mitarbeitern und Unternehmen nützt

Marktoberdorf. Marcus Gebath ist froh, einen festen Job beim Traktorenhersteller AGCO im Allgäu bekommen zu haben. „Ohne Zeitarbeit wäre das nichts geworden“, meint der gelernte Mechaniker. Nach der Lehre in einer Lkw-Werkstatt war er nicht übernommen worden. „Das Arbeitsamt hat mich an eine Zeitarbeitsfirma vermittelt. So bin ich zu AGCO gekommen“, erzählt er.

Um alle Chancen der Zeitarbeit aufzuzeigen, veranstalteten die bayerischen Metall-Arbeitgeberverbände kürzlich einen Kongress. Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit: „Die Zeitarbeit ist ein dauerhafter Wachstumsmotor. Bis März 2006 ging die allgemeine Beschäftigung zurück, aber die Zahl der Zeitarbeitsstellen wuchs stetig. Und sie stieg stärker, als in den letzten zwei Jahren wieder massiv Beschäftigung aufgebaut wurde.“

Nach einer Umfrage der Verbände bei ihren Mitgliedern setzen zwei Drittel der M+E-Betriebe Zeitarbeiter ein. Vieles ist mit der Stammbelegschaft einfach nicht abzudecken: Auftragsspitzen etwa, Krankheitsausfälle oder Urlaubszeiten.

Sprungbrett zurück in den Beruf

So kam auch Gebath wieder zu einem Job, war sozialversichert, sammelte also auch Rentenansprüche an. Er arbeitete das Gleiche wie die Festangestellten. Im vergangenen Jahr wurde er von der ausleihenden Firma übernommen – so wie insgesamt 6000 Zeitarbeiter in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Montageleiter Michael Allgaier nennt die Voraussetzungen für eine Übernahme durch AGCO: „Der Mitarbeiter muss die Tätigkeiten beherrschen und sich gut in die Gruppe integrieren.“ Rund 185 der 865 Mitarbeiter in der Montage sind Zeitarbeiter. Allgaier: „Damit kann die Fabrik atmen.“

Längst werden nicht mehr nur Ungelernte vermittelt. Der Anteil der Facharbeiter und Ingenieure steigt, Zeitarbeit wird da auch für Qualifizierte zum Jobmotor. Und wie auf dem Kongress weiter zu erfahren war, gehören selbst Führungskräfte wie Geschäftsführer, Personal- und Gruppenleiter zu den Zeitarbeitern.

„Gerade kleine und mittlere Firmen, die mit neuen Produkten Märkte erschließen wollen, sind auf Zeit-Manager angewiesen“, erzählt der Chef einer einschlägigen Agentur. Auch beim Aufbau von Auslandsniederlassungen greife man gern auf Führungskräfte von der Zeitarbeit zurück. Es gebe mehr junge und mehr weibliche Manager. „Der Markt ist jetzt vielfältiger.“

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