Arbeitsplätze

Wie wird 2009?


Im Auf und Ab der Konjunktur-Wellen: Vorsicht, Turbulenzen in Sicht!

Wiesbaden. Nun ist es amtlich: Unsere Wirtschaft ist geschrumpft – erstmals seit vier Jahren, und so kräftig wie seit 1996 nicht! Müssen wir uns Sorgen machen? AKTIV erklärt, was es mit dieser Nachricht auf sich hat und was Experten dazu sagen.

Die Minus-Meldung: Von April bis Juni 2008, das hat letzten Dienstag das Statistische Bundesamt detailliert vorgerechnet, lag die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent niedriger als in den drei Monaten zuvor.

Die Faustregel: 1,5 Prozent Wachstum sind nötig, damit bundesweit mehr Jobs auf- als abgebaut werden. „So hoch liegt derzeit die Beschäftigungsschwelle“, sagt Eugen Spitznagel vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg.

Erst mal nur ein Durchhänger

Ein halbes Prozent Minus statt anderthalb Prozent Plus bei der Wirtschaftsleistung – droht also jetzt Gefahr für unsere Arbeitsplätze? „Sachte, sachte“, beruhigt Professor Klaus Zimmermann vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Trotz des aktuellen „Durchhängers“ sei der Arbeitsmarkt derzeit noch „positiv stimuliert“.

Kai Carstensen vom Münchner Ifo-Institut ergänzt: „Wegen des milden Winters konnten Bauaufträge schon im ersten Quartal abgearbeitet werden und fehlten dann im zweiten Quartal.“ Im Klartext: Von Januar bis März ging’s besonders steil rauf – und deshalb von April bis Juni runter. Für das Gesamtjahr 2008 erwarten die Fachleute nach wie vor knapp 2 Prozent Wachstum (siehe Grafik).

Das ist mehr als die kritische Schwelle von 1,5 Prozent.

Die Beschäftigung, die stets mit etwas Zeitverzug reagiert, könnte auch nächstes Jahr noch zulegen.

Dennoch: Ganz harmlos ist die Lage nicht. Die Zahlen im Schaubild stammen vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in Düsseldorf, das von den Gewerkschaften finanziert wird und schon besonders früh, im März dieses Jahres, ein Ende der Party-Stimmung voraussagte. Und für 2009 stehen in der IMK-Prognose nur noch 0,9 Prozent Wirtschaftswachstum.

„Starker Euro wirkt härter und später“

Dann könnte es in der Tat für viele Betriebe, die jetzt noch dicke Auftragspolster abarbeiten, eng werden. IMK-Chef Gustav Horn: „Die Finanzmarkt-Krise und der starke Euro wirken sich härter und später auf die Wirtschaft aus, als wir bislang angenommen haben.“

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