Milliarden für gute Taten

Wie Stiftungen die Gesellschaft bereichern


Berlin. Im Café „manna“ in Heidelberg ist jeder willkommen, für 60 Cent steht ein Frühstück bereit. Ein Ort, der ein Zeichen setzt gegen Armut und Ausgrenzung. Möglich gemacht hat das die Dietmar-Hopp-Stiftung. Der Gründer des Software-Unternehmens SAP hat mit Aktien aus seinem Privatbesitz eine der größten Stiftungen Europas gegründet, die heute über 4 Milliarden Euro schwer ist und Jahr für Jahr Millionen Euro für Soziales, Bildung, Sport und medizinische Forschung ausgibt.

Sie ist eine von jetzt 20.000 gemeinnützigen Stiftungen in Deutschland. Vor wenigen Wochen hat der Gründungsboom der Wohltäter damit einen neuen Rekord erreicht. Das ist eine gute Nachricht: „Ohne Stiftungen wäre unsere Gesellschaft viel ärmer“, sagt Professor Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen in Berlin.

Denn fast 70 Prozent aller Stifter haben den Wunsch, mit ihrem Einsatz etwas zu bewegen. Rund zwei Drittel handeln aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Mitmenschen, und jeder Zweite möchte ein konkretes Problem bekämpfen. Das hat die Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh herausgefunden, selbst eine der größten Stiftungen in Deutschland.

Die niedrigen Zinsen auf Vermögen erschweren das Engagement

Hinter den sehr vermögenden Stiftungen stecken meist erfolgreiche Unternehmer, die von ihren Privilegien etwas an die Gesellschaft zurückgeben wollen. Zum Beispiel die Stiftung Mercator in Essen. Sie macht sich für die Inte­gration von Einwanderern stark, fördert die kulturelle Bildung und unterstützt Umwelt-Initiativen. Die Miteigentümer der heutigen Metro-Gruppe haben sie 1996 ins Leben gerufen.

Nach den Statistiken des Verbands widmen sich 30 Prozent aller Stiftungen sozialen Themen, 15 Prozent fördern Projekte im Bereich Bildung und Erziehung. Die Vermögen aller Stiftungen werden auf rund 70 Milliarden Euro beziffert. Die Ausgaben von zuletzt 17 Milliarden Euro flossen etwa in Ausbildungsprojekte für benachteiligte Jugendliche, in die Förderung der Wissenschaft oder in den Bau von Waisenhäusern in Afrika.

Anhaltend niedrige Zinsen machen es allerdings den Stiftern schwerer, ihre Wohltaten weiterzuführen. Zu spüren bekommen das vor allem die kleineren Stiftungen. Der Verband rät ihnen etwa bei der Vermögensanlage zur Zusammenarbeit mit anderen Stiftern. Viele der Wohltäter helfen sich außerdem erfolgreich mit dem Anwerben von Spenden.

Denn dem Gedanken, etwas für die Gesellschaft tun zu wollen, könne die Niedrigzinsphase nichts anhaben, meint Professor Fleisch vom Bundesverband. Der Sektor blühe: „Die Zahl der Stiftungen und ihre Bedeutung für die Gesellschaft wachsen weiter.“

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