Russland, Argentinien, Portugal

Wie stark beeinflussen die Krisen im Ausland die deutsche Wirtschaft?

München. Beunruhigende Schlagzeilen kommen aus verschiedenen Regionen rund um den Globus. Im Vergleich dazu erscheint Deutschland mit seiner robusten Konjunktur und einem soliden Arbeitsmarkt wie eine Insel der Seligen.

Doch uns können die Probleme in der Ferne nicht kaltlassen – wegen der menschlichen Tragödien, aber auch wegen der Vernetzung der Weltwirtschaft. AKTIV gibt eine Übersicht über aktuelle Brennpunkte und erklärt, was sie für uns bedeuten.

Ukraine/Russland

Im Osten der Ukraine kämpft die Armee des Landes gegen russlandfreundliche Freischärler. Am 17. Juli wurde in dem Gebiet ein malaysisches Verkehrsflugzeug abgeschossen. 298 Menschen kamen ums Leben.

Daraufhin hat die EU die Wirtschaftsstrafen gegenüber Russland verschärft. Unter anderem wird der Export beschränkt – von Spitzentechnik für Ölförderung und von im Prinzip zivilen Gütern, die auch militärisch genutzt werden können. Das trifft zum Beispiel unseren Maschinenbau.

Argentinien

Das Land ist in eine Staatspleite gerutscht, die zweite nach 2001: Ende Juli wurden fällige Zinsen für einen Teil von Staatsanleihen nicht gezahlt. Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit US-Finanzinvestoren, die solche Wertpapiere vom argentinischen Staat gekauft hatten. Der unmittelbare Schaden für Deutschland ist begrenzt – aber ein scharfer Einschnitt an den Weltbörsen zeigte das Potenzial dieser Verunsicherung.

Portugal

Espirito Santo, eine der wichtigsten Banken des Landes, wurde dieser Tage mit 5 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch gerettet. Das Geld stammt zum Großteil vom Euro-Krisenfonds EFSF und vom Internationalen Währungsfonds. Ob die Bank diesen Hilfskredit jemals zurückzahlen kann, ist offen. Damit ist auch deutsches Steuergeld, das in den EFSF geflossen ist, gefährdet. Und die Fast-Pleite ist ein Rückschlag für Europas Finanzbranche auf dem Weg zu mehr Vertrauen.

Professor Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner Ifo-Instituts, befürchtet: „Der Aufschwung, der in der zweiten Hälfte 2013 begann und sich bis in den Winter fortsetzte, scheint eine längere Pause einzulegen.“


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