Die Drahtzieher der Autobranche

Wie Seile für Fahrspaß sorgen


Ehringshausen. Wenn Sonne und Fahrtwind für gute Laune beim Autofahren sorgen, hatte zuvor bestimmt Oktay Yüksel seine Hände im Spiel. In der Seilerei von WH Küster in Ehringshausen kontrolliert er alle Antriebsstränge, die dort für Schiebedächer hergestellt werden. „30 Millionen Meter allein von diesem Seil fertigen wir pro Jahr an“, erzählt der Produktionsmitarbeiter.

„Wir sind Marktführer weltweit für Antriebskabel in Autoschiebedächern“, erklärt Dieter Küster. Er leitet die Firmen-Gruppe mit seinem Cousin und einem Onkel.

Seit knapp 90 Jahren produziert das Familienunternehmen Draht- und Drahtseilprodukte aller Art, von Windenseilen für die Forstwirtschaft, Seilen für Garagentore oder Skigondeln bis zu feinsten Drähten für die Medizintechnik.

Der überwiegende Teil der Produktion geht in die Automobil-Industrie für Fensterheber, Koffer- oder Motorraumklappe, Pedale oder Handbremse. Der klassische Seilzug, mit dem Küster einst groß wurde, wird jedoch immer mehr von der Elektronik verdrängt. „Anfangs haben wir die noch zugekauft, aber inzwischen beschäftigen wir unsere eigenen Spezialisten und machen vieles selbst“, betont Küster.

Eine immer größere Rolle spielen bei Küster Aktuatoren. Diese Elektronikbauteile lösen Bewegungen aus, etwa beim Ver- oder Entriegeln, und sie sind in der elektrischen Feststellbremse zu finden. Über die Abgasklappe im Auspuff können sie unter anderem den Verbrauch reduzieren oder den Sound verändern. Eine der neuesten Entwicklungen ist ein Verriegelungssystem, um das Betanken von Elektro-Autos sicherer zu machen.

Ein ganz anderes Geschäftsfeld erschließt die erste von Küster initiierte elektronische Schublade für die Möbel-Industrie. „Sie öffnet sich bei Berührung wie von Zauberhand“, so der Firmenchef.

Doch die Kunden erwarten nicht nur neue Produkte. „Es geht auch um die Reduzierung von Gewicht und Kosten, bei gleichzeitiger Vereinfachung der Montage“, erläutert Jochen Burk, Geschäftsführer der Unternehmenstochter Küster ADS (Automotive Door Systems).

Machbar ist all das nur durch motivierte Mitarbeiter und ein konsequentes Qualitäts- und Ideen-Management, an dem sich alle Beschäftigten beteiligen.

Und durch schnelle Entscheidungen. „Wir klären in einem kurzen Meeting Dinge, für die Große Wochen brauchen. Das ist einer der vielen Vorteile von Familienbetrieben“, ist Küster überzeugt. Für der Zukunft ist der Chef optimistisch: „Ich freu mich schon jetzt auf den Sommer 2026, dann feiern wir 100 Jahre Küster.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Hintergrung

Die Küster Automotive-Gruppe

• 1926 gründete Wilhelm Küster in Werdorf bei Aßlar einen Drahtflechtbetrieb, der schon bald nach Ehringshausen umsiedelte.

• Seitdem entwickelte sich das Unternehmen immer mehr zum Zulieferer und Systemlieferanten für die Automobil-Industrie.

• Außer der deutschen Zentrale gibt es Standorte in der Slowakei, Mexiko, Brasilien und auch in China.

• 2012 erwirtschafteten über 3.000 Mitarbeiter weltweit, davon etwa 1.200 in Deutschland, einen Umsatz von rund 450 Millionen Euro.

Unternehmen in diesem Artikel

KÜSTER Unternehmensgruppe

Map
KÜSTER Unternehmensgruppe
Am Bahnhof 13
35630 Ehringshausen

Zum Unternehmensfinder
Adventskalender-Gewinnspiel

Service-Angebote auf AKTIVonline:

Wirtschaftslexikon
Unternehmensfinder
Energiespar-Rechner
Messe-Kalender
Ferien-Kalender
'' Zum Anfang