Große Chancen in Asien

Wie Metall- und Elektro-Betriebe von den riesigen Wachstumsmärkten profitieren


Memmingen/München/Leiblfing. Konjunkturflaute in Europa. Gut, dass es in anderen Regionen lebhafter zugeht – zum Beispiel in Asien. Zwar hat das Wachstum auch in China und Indien 2012 nachgelassen. Doch im neuen Jahr erwarten Wirtschaftsforscher wieder mehr Bewegung.

Das hilft der exportstarken bayerischen Metall- und Elektro-Industrie: Im Kampf um ihren wichtigsten Auslandsmarkt liefert sich China mit den USA ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Und auch Indien hat aufgeholt.

Hydraulik für Staudamm-Tore

Kein Wunder, dass Unternehmen weit nach Osten blicken. So Aros Hydraulik in Memmingen. „Seit knapp zwei Jahren haben wir einen Vertriebspartner in Schanghai“, sagt Geschäftsführer Andre Danehl. Nach Indien streckt der Familienbetrieb mit 200 Mitarbeitern ebenfalls die Fühler aus. „Für einzelne Großprojekte haben wir schon Hydraulik-Zylinder geliefert“, erzählt Danehl. Zum Beispiel für Staudamm-Tore. Trotz der Chancen im Fernen Osten bleibt Zentraleuropa der bei weitem wichtigste Markt für Aros.

„Wir wollen mit neuen Auslandsengagements kein großes finanzielles Risiko eingehen“, sagt Danehl. „Aber natürlich beobachten wir genau, was sich in Asien tut.“ Ein Ansatzpunkt: Hydraulik-Zylinder für Kunststoff-Maschinen, mit denen Flaschen hergestellt werden. „In diesem Geschäft ist Asien ein riesiger Markt“, so Danehl.

Viel Potenzial auf dem größten Erdteil erkennt auch der Münchner Triebwerk-Hersteller MTU Aero Engines. Das Unternehmen hat schon 2003 in Zhuhai, einer Millionenstadt im Südosten Chinas, einen Betrieb für die Instandhaltung von Triebwerken eröffnet. Mit dem Partner China Southern Air Holding Company, der größten Fluggesellschaft des Landes.

„Nach dem Ausbau des Standorts sind wir für eine Expansion bestens gerüstet“, so Stefan Weingartner, MTU-Vorstand für Instandhaltung im Zivilgeschäft. Vor kurzem wurde die Kapazität für Wartungen und Reparaturen um die Hälfte vergrößert.

So festigt die MTU ihre Position als größter ziviler Instandhaltungsbetrieb in China – mit rund 700 Mitarbeitern in Zhuhai. Kunden sind Fluggesellschaften aus der ganzen Welt. Eine Niederlassung in Indien plant die MTU dagegen vorerst nicht. „Probleme mit der Infrastruktur und der Bürokratie“, sagt Klaus Müller, der Leiter der Unternehmensentwicklung.

Aber Indien ist ein wichtiger Markt. Die Fluggesellschaft IndiGo hat 150 Maschinen des neuen Airbus A320neo und die 300 Triebwerke dafür bestellt – einer der größten Aufträge in der Luftfahrt. Für die Antriebe steuert die MTU wichtige Hightech-Teile bei.

Mittelständler folgen auf Wunsch deutscher Kunden nach China oder Indien

Qualität ist ebenso ein Trumpf des niederbayerischen Bautechnik-Herstellers Max Frank in Leiblfing. „Deshalb wollen unsere Kunden, dass wir ihnen auch nach China oder Indien folgen“, sagt Vertriebsleiter Heinz Wölfel. Die Kunden sind Baukonzerne wie die deutschen Bilfinger und Hochtief oder Bouygues aus Frankreich. In Asien bauen sie Prestige-Objekte wie Hochhäuser und Brücken.

Mit einer Niederlassung in China oder Indien Fuß zu fassen, kommt derzeit für das Familienunternehmen mit 570 Mitarbeitern aber nicht in Frage. „Der Aufwand, um flächendeckende Kontakte zu heimischen Auftraggebern zu knüpfen, wäre für einen Mittelständler wie uns nicht zu schaffen“, sagt Wölfel. Leichter fällt das auf der arabischen Halbinsel. In Schardscha, einem Nachbar-Emirat von Dubai, stellt Max Frank seit vier Jahren sogenannte Abstandhalter aus Faserbeton her.

„Persönliche Kontakte sind dort sehr wichtig“, erklärt Wölfel. „Eine dauerhafte Präsenz ist deshalb unabdingbar.“ Ob China, Indien oder die arabische Welt: Die Bautechnik-Firma sieht in Asien beste Chancen, ihr internationales Geschäft zu verstärken.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Info
Die Export-Erwartungen

Die bayerischen Metall- und Elektro-Betriebe schätzen ihr aktuelles Auslandsgeschäft etwas schwächer ein als noch vor einem halben Jahr. Das ergab die jüngste Umfrage der Arbeitgeberverbände bayme und vbm, an der sich 260 Unternehmen mit insgesamt 257.000 Beschäftigten beteiligten.

Was die Export-Erwartungen für die nächsten sechs Monate betrifft, sind die Firmen aber wieder leicht optimistischer: 14 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 10 Prozent mit einer Verschlechterung. Gut drei Viertel gaben „unverändert“ zur Antwort.

Aus den Ergebnissen der Umfrage ziehen die Verbände den Schluss, dass sich das gesamte Geschäft nach der Abkühlung in der zweiten Hälfte 2012 zunächst weiter verschlechtern wird. Für das gesamte Jahr 2013 sei bestenfalls eine Stagnation zu erwarten.

Adventskalender-Gewinnspiel

Service-Angebote auf AKTIVonline:

Wirtschaftslexikon
Unternehmensfinder
Energiespar-Rechner
Messe-Kalender
Ferien-Kalender
'' Zum Anfang