Bakterien auf der Spur

Wie man jetzt Kläranlagen das Schäumen abgewöhnen will


Dormagen. In Kläranlagen sind Bakterien nützliche Helfer: Sie kümmern sich um die Reinigung des Abwassers. Manche Arten stehen allerdings im Verdacht, Ursache für eine lästige Schaumbildung zu sein. Und das wollen Wissenschaftler nun verhindern.

Blähschlammschicht nennen Experten das Phänomen, das Kläranlagenbetreibern zu schaffen macht: „Es hat einen negativen Einfluss auf die Reinigungsleistung der Anlage“, berichtet Hans Gennen, Leiter des Geschäftsfelds Umwelt von Currenta in Leverkusen. Das Unternehmen betreibt industrielle Abwasserreinigungsanlagen in den Chemieparks in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen. Das funktioniert meist prima, doch manchmal schwimmt an der Abwasseroberfläche eben diese verflixte Schicht.

Um besser zu verstehen, wann und wieso es dazu kommen kann, hat Currenta ein Forschungsprojekt mit der Uni Duisburg-Essen und der Kölner Chemiefirma Ineos gestartet. Denn die Kläranlagen von Currenta und Ineos sind in Dormagen miteinander verschaltet. Erste Ergebnisse gibt es schon: „Wir wissen inzwischen, welche Mikroorganismen den Blähschlamm bilden“, sagt der Ineos-Ingenieur Thiemo Dunkel.

Die Mikroorganismen produzieren Tenside, die wie Waschpulver wirken

Der Mann promoviert gerade über das Abwasser-Phänomen: „Es sind fadenförmige Bakterien, die sich von Fettsäuren ernähren.“ Einige von ihnen produzieren Tenside, die wie Waschpulver den Schlamm schäumen lassen. Und sie verdrängen diejenigen Bakterien, die das Abwasser reinigen.

Nun will Dunkel herausfinden, bei welchen Betriebsbedingungen nützliche Mikroorganismen gedeihen und schädliche eingehen. „Wir untersuchen den Einfluss verschiedener Faktoren wie Sauerstoffzufuhr, pH-Wert oder Temperatur.“ Von den Erkenntnissen sollen alle Kläranlagenbetreiber profitieren.

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