Luftfahrt-Industrie

Wie haben wir das geschafft?


Airbus hängt die Amis ab – eine europäische Erfolgsstory

Hamburg. Es ist nicht irgendeine Firmenmeldung: Beim europäischen Flugzeug-Hersteller Airbus (Endmontage vor allem in Hamburg und Toulouse/Frankreich) wurden letztes Jahr 76 Prozent mehr Passagierjets bestellt als bei Boeing!

Früher waren es im Wesentlichen die Amerikaner, bei denen die Airlines dieser Welt ihre Flieger bestellten: Boeing und sein kleiner, 1997 von ihm geschluckter Konkurrent McDonnell Douglas.

Flugzeug-Nachfrage verdoppelt sich

Bereits seit 2002 hat Airbus beim Absatz die Nase leicht vorn. Doch 2011 wurde der Abstand deutlich. Trotz Schuldenkrise und ungewissem Wirtschaftsausblick boomte die globale Luftfahrt; die Zahl der georderten Maschinen stieg bei Boeing von 530 auf 805 – aber bei Airbus von 574 auf 1.419 Stück.

„Bis 2030“, prophezeit Airbus in einer Studie, „werden weltweit 26.900 neue Passagierjets gebraucht.“ Der Luftverkehr werde sich verdoppeln; das Marktvolumen in dieser Zeit beziffert die Studie auf 3.500 Milliarden Dollar. Das ist nach aktuellem Wechselkurs etwas mehr als die jährliche Wirtschaftsleistung Deutschlands.

Ökonomisch bleiben Zweifel

„Airbus ist eine der wenigen Erfolgsgeschichten europäischer Industriepolitik“, urteilt Georg Licht, Experte am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung  in Mannheim. „Doch der Preis dafür war sehr hoch.“

Die Staaten halfen mit Steuergeld „deutlich jenseits der Milliardengrenze“ – etwa in Form günstiger Kredite, Forschungsförderung und Vergünstigungen an den Produktionsstandorten. Auch Boeing erhält vom Staat Subventionen für Passagierflugzeuge, versteckt in überhöhten Vergütungen für Militärtransporter.

„Ökonomisch ist die Vorteilhaftigkeit des Projekts schwer zu beurteilen“, merkt Licht kritisch an. Vielleicht hätte der Staat mit dem Geld anderswo mehr Nutzen stiften können. Doch politisch sei Airbus ein wichtiges Signal: „Entgegen vieler Erwartungen ist es gelungen, in dieser Branche ein wettbewerbsfähiges Unternehmen in Europa zu schaffen.“

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