Rentenniveau

Wie groß ist die eigene Versorgungslücke?


Die gesetzliche Rente ist künftig „nur noch eine Basis-Versorgung.“ So sagt es Professor Bernd Raffelhüschen, einer der besten Kenner der Materie. Und er warnt: Jeder Dritte im Lande „hat das Problem noch nicht kapiert“.

Für die zusätzliche Altersvorsorge gibt es eine Faustregel: Man sollte 6 bis 8 Prozent vom Jahresbrutto sparen – in welcher Form auch immer. Zwei Varianten lohnen sich für Arbeitnehmer aber ganz besonders.

Immer wieder hört man: Den Rentnern ging es nie so gut wie heute! Andererseits wird vor Altersarmut gewarnt. Was stimmt denn nun? Zweimal im Jahr eine Kreuzfahrt – oder zweimal am Tag eine Mahlzeit in der Suppenküche?

Das Rentenniveau fällt um ein Zehntel – und die Renteninformation färbt schön

Berlin/Köln. Das Rentenniveau fällt – aber nicht ins Bodenlose: Wenn es zu niedrig wird, muss die Regierung gegensteuern. Für 2030 steht als Untergrenze „43 Prozent“ im Gesetz. „Aus heutiger Sicht werden wir sogar bei 45 Prozent sein“, sagt Dirk von der Heide, Pressesprecher der Deutschen Rentenversicherung.

Was steckt hinter solchen Werten? Gerechnet wird mit einem fiktiven „Standardrentner“, der 45 Jahre lang genau ein durchschnittliches Einkommen verdient hat. Dessen Rente (die „Eckrente“) würde demnach 2030 bei 45 Prozent des Durchschnittsentgelts liegen. Das ist die Faustformel, die exakte Berechnung ist etwas kniffliger.

20,9 Prozent Beitrag erwartet die Regierung für 2026

Im Vorjahr lag das Niveau bei 49,6 Prozent. Damit lässt sich die Sache so zusammenfassen: Die Rente geht bis 2030 um ein Zehntel runter – nicht in Euro und Cent, aber relativ zu den Verdiensten.

Und das, obwohl der Beitragssatz steigen dürfte: Jetzt sind es 18,9 Prozent, für 2026 erwartet die Regierung 20,9 Prozent.

Den persönlichen Stand der Dinge zeigt regelmäßig die „Renteninformation“. Die färbt die Lage allerdings schön – aus zwei Gründen:

  • Erstens sind die fett gedruckten Zahlen Brutto-Werte. Man muss sich den Beitrag für Kranken- und Pflegeversicherung (heute: 10,25 Prozent) ebenso wegdenken wie die Steuerlast im Alter. Wie da gerechnet wird, erklären wir hier auf AKTIVonline.
  • Zweitens wird der Kaufkraftverlust zwar erwähnt, aber verharmlost. Das ist bedenklich, weil viele die Kraft der Inflation unterschätzen!

Inflation mindert den Geldwert

Laut der jüngsten Postbank-Studie zum Thema gibt jeder Zweite zu: „Die Inflation spielt bei der Planung meiner Altersvorsorge keine Rolle.“

Daher ein Beispiel: 1 000 Euro sind bei 2 Prozent Inflation (Zielmarke der Europäischen Zentralbank) nach 25 Jahren noch gut 600 Euro wert.

Zu schwarz sollte man trotzdem nicht sehen. Man hat im Alter ja weniger Kosten – die Kinder sind aus dem Haus, der Weg zur Arbeit fällt weg, ebenso die Berufsunfähigkeitspolice. Viele haben ihr Eigenheim abbezahlt. Zudem rollt in den nächsten Jahrzehnten eine Erbschaftswelle übers Land.

Wie groß die individuelle Lücke sein wird, lässt sich pauschal kaum sagen. Da hilft nur: Taschenrechner und Akten auf den Tisch, Internet-Tools zu Hilfe nehmen (siehe Info-Kasten „Broschüren und Internet-Rechner“ oben rechts) – und ein paar Stunden in die eigene Zukunft investieren.

Altersvorsorge für Arbeitnehmer – kompakt erklärt
Mehr zum Thema lesen Sie in den folgenden drei Artikeln:

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Broschüren und Internet-Rechner

  • Das Arbeitsministerium erklärt die Fördermöglichkeiten in der Gratis-Broschüre „Zusätzliche Altersvorsorge“. Zu bestellen unter 01805 - 77 80 90 (Produkt „A 817“).
  • Im Internet gibt es zudem diverse Rechner zur Ermittlung der persönlichen Versorgungslücke. Eine Auswahl mit Links finden Sie hier auf AKTIVonline.
Adventskalender-Gewinnspiel

Service-Angebote auf AKTIVonline:

Wirtschaftslexikon
Unternehmensfinder
Energiespar-Rechner
Messe-Kalender
Ferien-Kalender
'' Zum Anfang