Der neueste Gesundheits-Befund – und der innere Schweinehund

Wie fit ist Deutschland?


Berlin. „Die Mehrzahl der Deutschen fühlt sich gesund“, meldet das staatliche Robert-Koch-Institut. Dahinter steckt eine Mammut-Studie: Über einen Zeitraum von drei Jahren haben die Berliner Experten 8.000 Erwachsene aus ganz Deutschland befragt – und fast alle durchgecheckt.

77 Prozent der Männer und 73 Prozent der Frauen schätzen ihre Gesundheit als gut oder sehr gut ein.Das ist ein entscheidender Indikator, sagt Institutsforscherin Anke-Christine Saß: „Die eigene Wahrnehmung beeinflusst den Umgang mit Krankheiten, Beschwerden und natürlich den Gang zum Arzt.“

Volkskrankheiten sind nicht angeboren

Ein Grund für unser gutes Gefühl: Bewegung! „Die sportliche Aktivität hat in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen“, so Saß. Jeder Vierte im Land treibt mindestens zwei Stunden pro Woche Sport. Acht Millionen Mitglieder, so viel wie noch nie, zählen allein die Mucki-Buden. Sport, gesunde Ernährung, Vorsorge, weniger Alkohol – all das ist in den Köpfen angekommen.

„Das Bewusstsein für ein gesundes Leben ist viel ausgeprägter als früher“, bestätigt Professor Toni Faltermaier vom Institut für Gesundheitspsychologie und Gesundheitsbildung an der Uni Flensburg.

Auch in den Betrieben ist das Thema wichtig. Laut Statistischem Bundesamt gibt die Wirtschaft jährlich rund 12,5 Milliarden Euro für Gesundheit aus, darunter 875 Millionen für Prävention. Immer mehr Firmen bieten Laufgruppen, Gesundheitswochen oder Ernährungsberatung an, um ihre Leute fit zu halten.

Aber wer bis zur Rente durchhalten und sich auch im Ruhestand noch wohlfühlen will, muss auch seinen inneren Schweinehund überwinden.

„Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettleibigkeit sind nicht angeboren, sondern Ausdruck unseres Lebensstils“, betont Faltermaier.

Laut Studie hat gut die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung einen erhöhten Cholesterinspiegel, ein Drittel zu hohen Blutdruck. Knapp ein Viertel ist krankhaft übergewichtig und 7 Prozent haben Diabetes. Faltermaier: „Auch wenn’s schwerfällt – es gilt, gesunde Lebensweise in den Alltag zu integrieren.“

Exklusiv für AKTIV-Zeitungsleser:
Auf einen Blick: Worauf man achten sollte, um fit zu bleiben, lesen Sie hier in AKTIVpremium.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang