Viren-Alarm

Wie eine Grippeschutzimpfung dem Immunsystem hilft


Köln. Nasses Wetter, kalte Füße – im Nu hat man einen Schnupfen. Schlimmer ist jedoch eine Grippe mit hohem Fieber, Husten und Gliederschmerzen. Bei der letzten Grippewelle gingen bundesweit 7,7 Millionen Influenza-Patienten zum Arzt, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln. Verursacher sind Viren, die starke Infektionen auslösen können. Eine Impfung kann das Immunsystem auf solche Attacken vorbereiten.

„Die Grippe darf nicht mit einer harmlosen Erkältung verwechselt werden“, warnt Mediziner Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der hessischen Ärztekammer. Im Unterschied zu einer Erkältung, die meist nach einer Woche wieder abklinge, handele es sich bei der Grippe um eine „schwerwiegende Erkrankung“, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden könne. „Einen effektiven Schutz dagegen bietet die jährliche Schutzimpfung“, so der Experte. Pro Saison werden bundesweit etwa 15 Millionen Dosen verbraucht.

Das Mittel zu gewinnen, ist nicht leicht, denn Grippe-Viren sind winzige Verwandlungskünstler: Jedes Jahr müssen neue Impfstoffe aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden Erreger entwickelt werden. Welche das sind, stellt die Weltgesundheitsorganisation vorab fest. Sie stellt den Pharmafirmen auch die sogenannten „Saatviren“ zur Verfügung.

Damit lassen sich dann Impfstoffe herstellen, beispielsweise durch die Vermehrung in Hühnereiern. Die Produktion für die Nordhalbkugel der Erde läuft bis November, dann werden die Anlagen auf die Impfstoffe für die Südhalbkugel umgestellt. Das Paul-Ehrlich-Institut im hessischen Langen hat für diese Saison bereits über zehn Millionen Dosen freigegeben, weitere folgen kontinuierlich.

Für Kinder gibt es sogar eine Impfung als Nasenspray

Pharma-Unternehmen, die sich auf Grippe-Impfstoffe spezialisiert haben, sind etwa Abbott im niedersächsischen Hannover oder Sanofi Pasteur in Leimen, Baden-Württemberg. GlaxoSmithKline produziert im sächsischen Dresden.

Ein neues Verfahren hat Novartis Vaccines in Marburg, Hessen, entwickelt: Die Grippeviren werden hier nicht in Hühnereiern, sondern mit einem Hightech-Verfahren auf der Basis von Zellkulturen vermehrt. Und AstraZeneca in Wedel bei Hamburg bietet einen Impfschutz für Kinder ab zwei Jahren an, der als Nasenspray verabreicht wird.

Tipps zum Grippeschutz

  • Wann impfen? Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt eine Grippe-Impfung bis Ende November. Sie kann aber auch noch später nachgeholt werden.
  • Wen betrifft es? Besonders Personen mit höherem Erkrankungs­risiko wie Ältere ab 60 Jahren, Personen mit Grundkrankheiten wie Diabetes oder Asthma, Schwangere, medizinisches Personal.
  • Was kann ich tun? Mehrfach täglich die Hände waschen, Wohnraum gut lüften, größere Menschenansammlungen meiden.
  • Mehr Informationen unter impfen-info.de

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