Technik

Wie ein Fisch im … Sand!


Produktion der Zukunft: Die weltgrößte Chemie-Messe zeigt, wie’s geht

Frankfurt. Der Sandfisch ist clever. Denn die kleine Wüstenechse weiß genau, wie man sich wieselflink durch den Sand bewegt. Eine Kunst, an der sich Ingenieure die Zähne ausbeißen: Wie laufen Prozesse schneller, sicherer, sparsamer? Antworten gab’s jetzt auf der Achema, der größten Chemietechnik-Messe der Welt in Frankfurt.

Der nur 15 Zentimeter große Sandfisch („Scincus scincus“) macht es vor: Er kann die Reibung im Sand so verringern, dass er wie ein Fisch im Wasser schwimmt. Forscher fanden heraus, dass es an der schlängelnden Bewegung liegt.

Die lässt den Sand leicht vibrieren – mit einer gleichbleibenden Frequenz von drei Hertz pro Sekunde. Die Idee lässt Förder- und Prozess-Techniker jubeln: Ob Kies, Sand oder Mehl, vieles könnte man mit dem Trick effizienter transportieren. „Der Modellversuch bestätigt die Theorie“, sagt Bionik-Experte Professor Werner Baumgartner von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

Holz tanken, Gas verschiffen

Von dort kommt noch eine weitere innovative Idee: Grünschnitt und Holz mit Hilfe von Mikro-Organismen (Hefen) in Kraftstoff verwandeln. Und zwar maßgeschneidert: „Bisher musste sich der Motor dem vorhandenen Sprit anpassen. Wir wollen eines Tages Sprit nach Wunsch liefern“, sagt Biologin Cornelia Baer.

Ein großes Rad dreht Gasspezialist Linde aus München. Er setzt auf schwimmende Fabriken, um Erdgas auf dem Meer zu verflüssigen und im Tanker zu speichern. Damit könnte man Pipelines ein Schnippchen schlagen, sollten sich Russland und die Ukraine mal wieder streiten: „Auf einen Tanker passen 150 Millionen Kubikmeter Erdgas“, erklärt Prozess-Ingenieur Jürgen Witte.

Genug, um 50.000 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Dank neuer Technik braucht man keine teure Landanlage mehr, um aus Flüssiggas wieder Erdgas zu gewinnen.

Um „drahtlose Prozessautomation“ geht es US-Elektronik-Konzern Emerson. In seinen drei deutschen Werken lässt er Geräte bauen, um Messdaten aus der Anlage wie Druck, Temperatur oder Füllstand ohne Kabel direkt in die Messwarte zu funken. „Bei Handys und PCs ist uns das ganz vertraut. In der Industrie ist es dagegen Neuland“, erklärt Elektrotechniker Christian Springer. Der Vorteil: schnelle Installation, keine Kabel.

Super: Anfang des Jahres haben sich verschiedene Hersteller beim drahtlosen Funk auf einen gemeinsamen Standard geeinigt. Damit könnte der Durchbruch kommen: „Rund 80 Prozent der verdrahteten Feldgeräte lassen sich künftig ohne Kabel betreiben“, schätzt Springer.

Kleine Pumpe, ganz groß

Eine Sensation für Insider kommt von Pumpenhersteller KSB in Frankenthal. Eine Kreiselpumpe, die pulsationsfrei, also absolut gleichmäßig pumpt. Toll: Der Power-Zwerg eignet sich fürs Labor ebenso wie für die große Produktion.

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