Tourismus, Medienbranche & Co.

Wie Dienstleister aus Bayern mithilfe digitaler Techniken neue Geschäftsideen entwickeln

Egal, ob für den Wochenendausflug oder den Konzertbesuch: Digitale Technologien machen das Leben einfacher. Etwa mit digitalen Outdoorguides oder Plattformen, über die Handy-Kameras als Lifeüberträger von Events dienen.

Authentisch: Handy-Videos aus der Menge können mit digitaler Technik schnell in Live-Übertragungen integriert werden. Foto: Imago

Authentisch: Handy-Videos aus der Menge können mit digitaler Technik schnell in Live-Übertragungen integriert werden. Foto: Imago

Hilfreich: Mit 3-D-Karten samt Positionsbestimmung und Streckeninfos findet jeder Mountainbiker ins Tal. Foto: Reality Maps

Hilfreich: Mit 3-D-Karten samt Positionsbestimmung und Streckeninfos findet jeder Mountainbiker ins Tal. Foto: Reality Maps

München/Baierbrunn. Mittendrin sein im Trubel, hautnah dabei – die Technik des jungen Social-Media-Dienstleisters Higgs aus München macht es möglich. Die junge Firma bietet eine Plattform an, um Events mit Smartphones einfach, günstig und aus mehreren Perspektiven live im Netz zu übertragen – etwa während eines Pop-Konzerts direkt aus der Mitte der Fans.

Die digitale Revolution verändert nicht nur die Art und Weise, wie Betriebe produzieren. Sondern sie eröffnet uns auch im Alltag ungeahnte Möglichkeiten für neue Dienstleistungen. Das haben heimische Anbieter wie Higgs zuletzt auf dem Kongress des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft gezeigt.

Das Expertengremium gibt klare Handlungsempfehlungen, wie der Staat dabei helfen kann, dass Firmen Innovationen in Wertschöpfung umsetzen können: etwa der passende Rechtsrahmen für das digitale Zeitalter, eine zeitgemäße Ausbildung für Schüler und Arbeitnehmer oder der Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Live-Video auf Facebook und Youtube

Von einer dichten Breitbandversorgung profitiert auch die Firma Higgs mit ihren innovativen Online-Übertragungen, hinter denen eine einfache Idee steckt: Eine Software bündelt die Übertragung mehrerer Endgeräte auf einem Tablet, das als kleine mobile Zentrale fungiert.

Dort kann man dann wie ein Regisseur den besten Blickwinkel mit einem einfachen Fingertippen auswählen. Diese Perspektive wird dann live auf Plattformen wie Facebook, Youtube oder eine Website gestreamt. Es entsteht also ein authentisches Live-Video mit Perspektivwechseln – so wie man es zum Beispiel von einer TV-Übertragung eines Fußballspiels kennt. „Wir nutzen hierfür eine patentierte Technologie und sind die erste Software, die Livestreams aus mehreren Perspektiven ermöglicht“, sagt Lucas Jacobson, einer der jungen Gründer der Firma Higgs.

„Was früher noch jede Menge Know-how, kilometerweise Kabel, einen Bildmischer, Übertragungswägen und extrem teure Kameras erfordert hat, können wir deutlich unkomplizierter und günstiger anbieten.“

Detaillierte 3-D-Landkarte für den Mountainbiker oder Skifahrer

Auch in der für Bayern so wichtigen Tourismus-Sparte tun sich dank der Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten auf. Das Unternehmen 3D RealityMaps aus Baierbrunn südlich von München zum Beispiel hat den digitalen „Outdoor-Guide“ für Smartphone und Tablet entwickelt. Mit der App verlieren Wanderer, Mountainbiker und Skifahrer selbst nachts oder im tiefsten Schneetreiben nicht die Orientierung.

Denn der eigene Standort wird direkt per GPS in eine dreidimensionale Karte übertragen. In ihr sind Wege und Pisten dargestellt sowie zahlreiche Zusatzinformationen hinterlegt.

Tourendaten wie etwa der Verlauf, das Höhenprofil und die Streckenlänge können aufgezeichnet werden. Und ist er einmal heruntergeladen, funktioniert der digitale Begleiter sogar ohne eine Verbindung zum Internet.

Das macht der Zukunftsrat:

  • Der Zukunftsrat wurde vor drei Jahren von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft ins Leben gerufen. Er soll insbesondere dem unternehmerischen Mittelstand Orientierung zu zukünftigen Entwicklungen geben.
  • Grundlage der Arbeit sind fundierte Analysen wichtiger Technologien und Branchen – stets mit Blick auf ihre gesellschaftlichen Auswirkungen.
  • Das Gremium besteht aus 16 Männern und Frauen, die Führungspositionen in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien inne haben.

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