Experten-Interview zur Textilforschung

Wie die Textilbranche Neues fördert

Rheine. Es ist eine Schaltstelle zwischen den Firmen und den bundesweit 16 Textilforschungsinstituten: Das Forschungskuratorium Textil vermittelt Projekte. Wir sprachen mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Franz-Jürgen Kümpers, Chef des Textilunternehmens SGL Kümpers in Rheine (Westfalen), über die innovative Kraft der Branche.

Woran forscht die Branche zurzeit?
Ganz oben auf der Liste stehen Funktionsmaterialien sowie Faserverbundstoffe für den Leichtbau in der Auto-Industrie. Ein großes Thema sind auch biokompatible Textilien, die recycelt werden können oder sich ohne Rückstände auflösen.

Was ist die Rolle der 16 Forschungsinstitute?
Sie bilden mit den Betrieben ein Netzwerk – und dieses ist die Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche. Wir brauchen die anwendungsorientierte Forschung entlang der Wertschöpfungskette. So bleibt unsere Produkt-Pipeline gut gefüllt. Nicht von ungefähr sind deutsche Anbieter bei den technischen Textilien insgesamt weltweit führend.

Und welche Aufgabe übernimmt dabei das Forschungskuratorium?
Es bringt jährlich bis zu 50 Forschungprojekte auf den Weg. Deren Ergebnisse macht es durch Vorträge öffentlich. So unterstützen wir die Betriebe, schnell neue Produkte zu entwickeln.

Wie wichtig ist Forschung für Ihr Unternehmen, das Gelege und Geflechte aus Glas- und Karbonfasern produziert?
Gut ein Drittel unserer Angestellten arbeitet in der Entwicklung. Das sind Ingenieure, die zum Beispiel vom Textilinstitut an der RWTH Aachen kommen. Wir stecken jährlich 3 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.


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