Mehr Sicherheit beim Online-Shopping

Wie die „Button-Lösung“ vor Abzocke im Internet schützt

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Im Internet eine Software gesucht, gefunden, vor dem Herunterladen die persönlichen Daten eingegeben – und plötzlich liegt eine Rechnung für ein eigentlich kostenloses Programm im Briefkasten? Das ist sehr vielen Internetnutzern in den vergangenen Jahren passiert. Denn wer nicht täglich im Netz unterwegs ist, konnte die Abzocke-Angebote oft kaum als solche erkennen. Seit dem 1. August soll damit nun Schluss sein, denn seither gilt die sogenannte Button-Lösung.

„Gemeint ist damit, dass Paragraf 312g im Bürgerlichen Gesetzbuch, also der Punkt ‚Pflichten im elektronischen Geschäftsverkehr‘, geändert wurde“, erklärt Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Dort steht jetzt nämlich, dass der Online-Verkäufer den Kunden ausdrücklich über seine kostenpflichtige Bestellung informieren muss. Und das geht über eine Schaltfläche, „Button“ genannt. Dabei spielt es keine Rolle, ob über den PC, das Smartphone oder über den Tablet-PC eingekauft wird.

Die richtige Button-Aufschrift

Bevor der Kunde die Bestellung aufgibt, muss der Shop-Betreiber ihn genau informieren über eventuelle Laufzeiten, Versandkosten und den Gesamtpreis. Dann kommt der Bestätigungsklick. „Mit ihm wird das Geschäft geschlossen. Es kommt also in der Regel ein Vertrag zustande“, erklärt die Verbraucherschützerin, „allerdings nur, wenn der Bestell-Button eindeutig beschriftet ist.“ Die richtigen Formulierungen für den Button lauten beispielsweise „zahlungspflichtig bestellen“, „kaufen“ oder „Gebot abgeben“. „Weiter“ oder „Anmeldung“ sind keine korrekten Beschriftungen, in diesen Fällen kommt also kein Vertrag zustande.

Und tatsächlich scheint das Gesetz schon zu wirken. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat gerade erst mehr als 100 Webseiten unter die Lupe genommen, die zuvor wegen verschleierter Preisangaben aufgefallen waren. Ergebnis: Mehr als 90 Prozent der Abzock-Seiten haben den Betrieb praktisch eingestellt.

Einkauf auf ausländischen Internetseiten

„Deutschland ist mit der Button-Lösung Vorreiter in der Europäischen Union“, sagt Expertin Steinhöfel. Das heißt, wer im Moment auf einer Internetseite im Ausland einkauft, kann dort durchaus in die Abzock-Falle tappen. Außer, die Seite aus dem Ausland richtet sich auf Deutsch an Kunden in Deutschland, dann gilt der Schutz auch grenzüberschreitend. „Und: Die anderen Länder der Europäischen Union werden nachziehen. Die Button-Lösung wird für alle zur Pflicht.“

Trotz Button-Lösung abgezockt

Obwohl die Button-Lösung für alle Online-Verkäufer Pflicht ist, haben noch nicht alle auf den neuen Bezahl-Button umgestellt. „Wird ein Verbraucher zu Unrecht abgezockt, ist der Unternehmer in der Beweispflicht“, erklärt die Verbraucherschützerin. Der Käufer sollte trotzdem, wenn er eine Rechnung bekommen, aber eigentlich nichts gekauft hat, nochmals auf die Seite gehen und nachschauen, wie der Button aussieht. Entspricht er nicht dem Gesetz, sollte er von der Seite einen Screenshot machen, also ein Foto des Bildschirms, oder einen Ausdruck. Bezahlen sollte er in diesem Fall nichts, aber auch der Shop-Betreiber muss seinen Teil des Vertrages nicht erfüllen.

Ein Video des Bundesjustizministeriums zur Button-Lösung finden Sie hier auf YouTube:
www.youtube.com

Unter anderem die Verbraucherzentrale Bayern stellt Musterbriefe zur Verfügung, mit denen man betrügerischen Rechnungen widersprechen kann:
www.verbraucherzentrale-bayern.de


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