Schatzsuche auf dem Meeresgrund

Wie deutsche Experten wichtige Rohstoffe aus den Ozeanen fischen wollen

Hamburg. Während viele Rohstoffe an Land immer knapper werden, gibt es in den Ozeanen gewaltige Mengen an mineralischen und metallischen Elementen, die bisher nicht genutzt werden. Das soll sich nun ändern.

Dazu wurde unlängst in Hamburg der Verein „Deep Sea Mining Alliance“ (DMA) gegründet, der den Abbau von Metallerzen in der Tiefsee fördern will. Gründungsmitglieder sind 17 Unternehmen und Institutionen, darunter Reedereien, Maschinenbau-Betriebe und Hochschulen wie die Technische Universität Clausthal-Zellerfeld und die RWTH Aachen.

Der Verein kooperiert eng mit dem Nationalen Masterplan Maritime Technologien, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie initiiert wurde. Der soll dabei helfen, neue Verfahren für die Förderung mariner Rohstoffe zu entwickeln. Dabei geht es vor allem um die bekannten Manganknollen, die wegen ihres hohen Gehalts an Kobalt, Nickel und Kupfer begehrt sind.

Aber auch Eisen, Zink, Blei, Gold und Silber sind im Meer zu finden, außerdem seltene Elemente wie Antimon, Tellur, Molybdän und Wismut. Gebraucht werden sie unter anderem für die Produktion von Computern, Windkraftanlagen, Fernsehgeräten und Mobiltelefonen.

Bei einem ambitionierten EU-Vorhaben wollen die Deutschen ebenfalls dabei sein. In Kürze wird in Brüssel über mehrere Pilotprojekte einer Rohstoff-Initiative entschieden, darunter eines in portugiesischen Gewässern rund um die Azoren. Etwa 45 Firmen und Forschungsinstitute, ein Drittel davon aus Deutschland, wollen dort marine Metalle abbauen.

DMA-Geschäftsführer Michael Jarowinsky rechnet mit Investitionen „in dreistelliger Millionenhöhe“, sollte das Vorhaben wie geplant realisiert werden. „Das wäre das erste Mal, dass wir in Europa ein Pilotprojekt im Tiefseebergbau auf die Schiene setzen.“


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