Rente: Steuer-Quote steigt Jahr um Jahr

Wie der persönliche Rentenfreibetrag berechnet wird – und wie er wirkt

2005 hat der Einstieg in die nachgelagerte Besteuerung der gesetzlichen Rente begonnen: Seitdem steigt der steuerpflichtige Anteil der Altersrente immer weiter an. Dafür können Berufstätige einen immer größeren Anteil ihrer Rentenbeiträge von der Steuer absetzen.

Wer also 2016 in Rente geht, muss davon einen höheren Anteil versteuern als jemand, der schon 2015 in Rente gegangen ist – und weniger als jemand, der erst 2017 in Rente gehen wird. Ab 2040 müssen die Renten dann voll versteuert werden. Welche Quote für welchen Jahrgang gilt, zeigt Ihnen die amtliche Tabelle rechts.

Knifflige Berechnung – am einfachen Beispiel erklärt

Der jeweilige Prozentsatz wird nur einmal benötigt: um einen ganz persönlichen Rentenfreibetrag zu errechnen, der dann bis zum Tod gleich bleibt. Das Verfahren ist allerdings etwas knifflig, da die meisten Menschen ja nicht genau am 1. Januar in Rente gehen und auch Rentenerhöhungen eine Rolle spielen können. Berechnet wird der Rentenfreibetrag nämlich stets auf Basis des ersten abgeschlossenen Kalenderjahres als Rentner.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund erklärt das mit folgendem fiktiven Beispiel:

Ein Arbeitnehmer bezieht seit September 2017 eine Regelaltersrente aus der Deutschen Rentenversicherung in Höhe von 1.000 Euro monatlich, Anfang Juli 2018 steigt diese Rente auf 1.050 Euro. Die Steuer-Quote für den Neurentner-Jahrgang 2017 beträgt, wie in der Tabelle abzulesen, 74 Prozent. Das erste komplette Kalenderjahr mit Rentenbezug ist erst 2018, in diesem Jahr wird unser Beispiel-Rentner insgesamt 12.300 Euro Rente beziehen. Und von diesem Betrag sind 74 Prozent steuerpflichtig, also 9.102 Euro. Als ganz persönlicher Rentenfreibetrag ergeben sich damit im fiktiven Beispielfall 3.198 Euro – dieser Freibetrag gilt dann bis zum Lebensende.

Wichtig: Dass man seine Rente grundsätzlich versteuern muss, heißt noch nicht, dass auch tatsächlich Steuern fällig werden! Im Jahr 2017 beträgt der Steuergrundfreibetrag für Ledige 8.820 Euro, zudem können auch Rentner ihre Krankenkassenbeiträge sowie ein paar andere Posten steuerlich geltend machen: Falls unser Beispiel-Rentner neben der gesetzlichen Rente keine weiteren Einkünfte haben sollte, müsste er daher erst Kmal noch keine Steuern zahlen.

Aber weil der ganz persönliche Rentenfreibetrag eben bis zum Tod festgeschrieben ist, steigt mit jeder normalen Rentenerhöhung die rechnerische Steuerlast. Es kann also gut sein, dass zum Beispiel ein heute 70-Jähriger noch keine Steuern auf die Rente zahlen muss – aber mit 75 Jahren tatsächlich wieder zum Fall für den Fiskus wird.


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aktualisiert am 29.09.2017

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