Barrieren abbauen

Wie der altersgerechte Umbau der Wohnung finanziell gefördert wird

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Die gewohnte Umgebung, die vertrauten Möbel – gerade im Alter ist die eigene Wohnung wichtig. Doch wenn die Kräfte nachlassen, können Stufen, Schwellen oder auch nur der Badewannenrand zum echten Hindernis werden. Wer dann nicht ausziehen will, muss altersgerecht umbauen. Clevere Eigenheimbesitzer sorgen vor und bedenken schon bei der nächsten anstehenden Modernisierung, dass sich die Bedürfnisse im Lauf der Jahre ändern werden. Dann ist man nicht nur im Alter auf der sicheren Seite, sondern profitiert außerdem von verschiedenen Förderprogrammen.

Förderung der KfW

Die KfW fördert unter der Programmnummer 159 gezielt den altersgerechten Umbau. Geld gibt es nicht nur für Senioren, sondern für alle, die beim Modernisieren an die Barrierefreiheit denken. Maximal gibt es 50.000 Euro pro Wohneinheit, die Laufzeit des Kredits beträgt bis zu 30 Jahre. Die KfW fordert derzeit lediglich Zinsen von rund 1 Prozent, also weniger als die Hälfte dessen, was die Banken verlangen. Dabei sind zwar tilgungsfreie Jahre möglich, kostenfreie Sondertilgungen aber nicht. Wie immer bei der KfW muss der Antrag vor dem Beginn der Arbeiten bei der eigenen Hausbank gestellt werden.

Weitere Infos unter: kfw.de 

Länderprogramme

Viele Bundesländer fördern den altersgerechten Umbau mit eigenen Programmen, teilweise kann man alternativ auch auf die allgemeine Förderung von Modernisierungen zurückgreifen. Diese Kredite sind ebenfalls meist besonders günstig, die genauen Konditionen sind in jedem Bundesland etwas anders. Auch hier gilt aber immer: Erst beantragen, dann loslegen.

Weitere Infos unter: baufoerderer.de 

Pflegekasse

Erhält ein Senior bereits Geld von der Pflegekasse (Pflegestufe null bis drei), kann er auch Zuschüsse zu nötigen Umbauten bekommen. Gezahlt wird, wenn der Betreffende dank der Umbauten nicht ins Heim muss oder seine Selbstständigkeit erhält, also beispielsweise wieder ohne Hilfe ins Bad kommt. Pro Maßnahme gibt es höchstens 2.557 Euro. Wird der Umbau teurer, muss man den Rest selbst finanzieren, gegebenenfalls zahlt das Sozialamt. Dabei gelten alle baulichen Veränderungen zusammen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt nötig sind, als eine Maßnahme. Verschlechtert sich der Zustand des Pflegebedürftigen so weit, dass später noch weitere Umbauten nötig sind, ist dies eine neue Maßnahme, für die es dann wieder Geld gibt.

Weitere Infos gibt es bei der eigenen Krankenkasse oder bei der Pflegeberatung der AWO unter: awo-pflegeberatung.de

Steuererklärung

Das Finanzamt fördert den altersgerechten Umbau zwar nicht ausdrücklich, aber selbstverständlich kann man die Lohnkosten für den Handwerker wie üblich von der Steuer absetzen. Dann gibt es vom Finanzamt 20 Prozent der Lohnkosten (ohne Material) als Steuererstattung zurück. Mehr als 6.000 Euro Lohn für den fleißigen Handwerker werden aber nicht anerkannt, macht also einen maximalen Steuernachlass von 1.200 Euro.


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