Rohstoffe aus der Natur

Wie Chemie pflanzliche Pflege- und Kosmetikprodukte veredelt


Mannheim. Krümelige, nach Gras riechende Hennamasken fürs Haar oder selbst angesetzte Ringelblumensalbe – das war einmal: Naturkosmetik ist heute kaum von konventionellen Produkten zu unterscheiden.

Geschmeidige Cremes, duftende Seifen und feine Lotionen mit Öko-Siegeln liegen überall in den Regalen.

„Früher gab es Naturprodukte oft nur im Bioladen. Und der Preis war hoch“, sagt Marketing-Direktor Thomas Satzinger vom Spezialchemie-Konzern Evonik. Heute sieht das anders aus. Da immer mehr Menschen Naturkosmetik nachfragen, setzen auch große Firmen verstärkt auf diesen Trend. Und liefern zertifizierte Rohstoffe dafür.

Das Gütesiegel erfordert strenge Qualitätskontrollen

Diese Basisprodukte unterliegen strenger Kontrolle. Die pflanzlichen Rohstoffe müssen aus ökologischem Anbau stammen und dürfen keine synthetischen Duftstoffe, Paraffine oder andere Erdölprodukte enthalten; Tierversuche sind verboten. Nur bei Einhaltung aller Kriterien gibt es das Gütesiegel „Kontrollierte Naturkosmetik“ des Bundesverbands Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen.

Marktführer für solche zertifizierten Produkte in Europa sind zum Beispiel Logona, Lavera, The Body Shop und Yves Rocher, aber auch Dr. Hauschka in Bad Boll/Eckwälden oder Weleda in Schwäbisch Gmünd: „Sie alle setzen Evonik-Rohstoffe ein“, sagt Marketing-Managerin Silke Langer. Der Konzern liefert Komponenten, um die Produkte zu verbessern. Wie Hilfsstoffe (Emulgatoren), die dafür sorgen, dass sich Wasser und Öl zu einer stabilen Masse verbinden. Oder waschaktive Substanzen (Tenside).

Langer: „Diese Stoffe gewinnen wir aus natürlichen Rohstoffen wie Raps- oder Kokosöl.“ Und Zuckeresther, die aus Zucker und Fettsäuren entstehen, machen Duschgels und Shampoos dickflüssig.

Besonders achten Naturkosmetik-Hersteller auf die Umwelt: „Sparsamer Verbrauch von Wasser und Energie, wenig Emissionen, kurze Transportwege und fairer Handel spielen eine wichtige Rolle“, sagt Peter Becker, Leiter Responsible Care. Deshalb bietet das Unternehmen auch Emulgatoren an, die man kalt verwendet: „Im Gegensatz zu herkömmlichen Mischungen müssen Produkte mit diesen Hilfsstoffen nicht erhitzt werden, um ein stabiles Wasser-Öl-Gemisch zu bilden. Das spart Strom.“

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