Dem Vergessen auf der Spur

Wie BioPharma-Spezialist AbbVie die Alzheimer-Forschung vorantreibt

Neurologie: AbbVie-Forscherin begutachtet einen Scan. Foto: Werk

Ludwigshafen. Planlosigkeit, Gedächtnisverlust, Sprachprobleme: All das können Symptome für Alzheimer sein. Über eine Million Deutsche leiden an der schweren Form von Demenz. Eine Heilung für die Krankheit, bei der nach und nach Nervenzellen im Gehirn absterben, gibt es noch nicht. Zu wenig weiß man über die Ursachen.

Der Biopharma-Spezialist AbbVie in Ludwigshafen zählt zu den Unternehmen, die mit Hochdruck an Wirkstoffen und Therapien gegen Alzheimer arbeiten. Gemeinsam mit dem Innovationszentrum BioMed X startet jetzt ein über mehrere Jahre angelegtes Forschungsprojekt im Technologiepark Heidelberg.

„Ein Schwerpunkt wird sein, die Funktionsweise des sogenannten Tau-Proteins besser zu verstehen“, sagt Alfred Hahn, Forschungsleiter Neurologie bei AbbVie. Warum ist das wichtig? Eiweiße steuern die Vorgänge im Gehirn.

Forscher isolieren verändertes Eiweiß

„Das Tau-Protein bindet sich an das Stützwerk der Nervenzelle und stabilisiert sie so von innen“, erklärt Hahn. Bei Alzheimer-Patienten ist dieser Baustein massiv verändert. „Fehlgefaltet“ sagen die Experten dazu.

Verblüffend: Eine zunehmende Menge abnormer Bausteine korreliert offenbar mit dem Abbau der geistigen Fähigkeiten von Patienten. „Das könnte bedeuten, dass das Tau-Protein seine Fehlfaltung an gesunde Zellen weitergibt“, sagt der Fachmann. Der Forschungsansatz ist sehr jung. Unbeantwortet bleibt etwa die Frage, warum und wie es überhaupt zu der Modifikation kommt.

„Um das herauszufinden, werden die Projektmitarbeiter Eiweiße aus Gehirnflüssigkeiten in unterschiedlichen Stadien der Erkrankung isolieren“, erläutert Hahn.

Jeder Fortschritt wäre ein Erfolg

Auch das Zusammenspiel von Tau-Proteinen und bekannten Eiweißablagerungen im Gehirn (Amyloid-Beta) wird man genauestens untersuchen. Im besten Fall entwickeln die Wissenschaftler ein Mittel, das die Fehlbildung verhindert oder gar stoppt. „Auch ein kleiner Fortschritt wäre ein großer Erfolg für die Behandlung dieser komplexen Erkrankung“, betont Hahn.


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