Erfindungen

Wie am Radl, so im Auto


Unsichtbarer Helfer: Ein neuer Sensor erkennt, welche Kräfte auf ein bestimmtes Material einwirken – und meldet es per Funk an einen PC. Foto: IFAM

Ein neuer Sensor erkennt Materialverschleiß, bevor es teuer oder gefährlich wird

Bremen/München. Das kennt jeder Radfahrer aus Erfahrung: Auch die  komfortabelste 21-Gang-Ausstattung nützt wenig, wenn man vor dem Anstieg nicht rechtzeitig in einen kleineren Gang geschaltet hat. „Wir haben das Fahrrad als Beispiel gewählt, um unsere Erfindung verständlich zu demonstrieren“, erklärt Franz-Josef Wöstmann vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen.

Eine Erfindung, die etwa der Luftfahrt-Industrie großen Nutzen bringen kann. Und an der auch verschiedene Auto-Hersteller Interesse angemeldet haben, allen voran die Premium-Hersteller.

Die IFAM-Wissenschaftler haben nämlich einen Sensor entwickelt, der Fehlbelastungen erkennt. Wird dieser zum Beispiel in die Fahrrad-Tretkurbel eingegossen, melden die sogenannten „adaptronischen Bauteile“ die gemessenen Kräfte per Funk, etwa an einen PC oder an ein Handy. Der Clou: Die Sensoren „wissen“ genau über das Material Bescheid.

Austausch zum rechten Zeitpunkt

Beim Fahrrad könnte dadurch am Berghang, wo die großen Kräfte wirken, automatisch der kleine Gang eingelegt werden. Doch das ist wie gesagt nur ein Beispiel. „Der Sensor ist besonders bei Sicherheitsbauteilen in der Auto- und Luftfahrt-Industrie wichtig“; erklärt Wöstmann. „Hier kann er helfen, viel Geld zu sparen.“

Bisher muss das Fahrwerk eines Flugzeugs nach einer exakt festgelegten Zahl von Starts und Landungen ausgetauscht werden, egal wie stark es tatsächlich beansprucht wurde. Künftig weiß der Sensor, wie hart oder sanft der Pilot das Flugzeug auf die Piste gesetzt hat: Der Austausch erfolgt erst, wenn das Material wirklich ermüdet, also nicht mehr sicher ist. Vielleicht auch mal früher als heute.

Himmlische Ruhe bei schneller Fahrt

Wöstmann weist zudem auf eine Besonderheit hin, die vielleicht schon bald in unseren Autos zu finden sein wird: „Der Sensor kann auch als ,Aktor’ genutzt werden, indem er selbst aktiv wird.“

Wenn Pkws bei hohem Tempo in Schwingung geraten und der Lärm im Innenraum zunimmt, kann so ein Aktor die gleichen Schwingungen gegenläufig erzeugen. Der Lärm verstummt – oder entsteht erst gar nicht.

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Schlagwörter: Forschung Verkehr

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