Ehrenamt

Wichtig zu wissen, wenn man sich für andere engagiert

Gut 36 Prozent der Bundesbürger engagieren sich ehrenamtlich – das hat der „Freiwilligensurvey“ des Bundesfamilienministeriums gezeigt. Manche Helfer kümmern sich aber kaum um rechtliche Fragen?... AKTIV besprach wichtige Punkte mit Christoph Hüttig, einem Experten der Stiftung Mitarbeit in Bonn.

Muss der Chef das Ehrenamt genehmigen?
Nein. Soziales Engagement ist grundsätzlich Privatsache. Man sollte die Firma aber sicherheitshalber informieren, da ein Ehrenamt formal als Nebentätigkeit gilt und viele Arbeitsverträge entsprechende Klauseln haben.

Darf der Betrieb bestimmte Formen des Einsatzes verbieten?
Ja – wenn dadurch der Ruf des Unternehmens geschädigt wird (Stichwort: Rocker-Vereine) oder das Engagement gegen betriebliche Interessen stehen würde.

Kann man im Urlaub ehrenamtlich aktiv sein?
In den Ferien darf man machen, was man will – solange der eigentliche Sinn des Urlaubs nicht gefährdet wird: die Erholung.

Was gilt, wenn während der Arbeitszeit Einsätze anstehen?
Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr oder ehrenamtliche Richter (Schöffen) müssen für ihre Einsätze freigestellt werden. Für die Jugendarbeit kann es unbezahlten Sonderurlaub geben, das ist aber in
jedem Bundesland unterschiedlich geregelt: In Bayern zum Beispiel gibt es bis zu 15 Tage pro Jahr, in Sachsen 12 Tage, in Baden-Württemberg 10 Tage.

Wie ist man versichert?
Ehrenamtliche sind während ihres Einsatzes über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Vereine & Co. schließen  oft zusätzliche Policen für ihre Leute ab: im Zweifel einfach mal nachfragen. Wer sowieso eine private Unfallversicherung hat, ist auf der ganz sicheren Seite.

Und wer zahlt, wenn man andere schädigt?
Eine private Haftpflichtversicherung sollte ohnehin jeder haben. Und sie zahlt meistens auch, wenn man im Ehrenamt einen Schaden anrichtet. Da allerdings nicht alle Formen des Engagements abgedeckt sind, sollte man das sicherheitshalber mit der eigenen Versicherung klären. Gute Einrichtungen haben außerdem sowieso spezielle Haftpflichtversicherungen für ihre Ehrenamtlichen abgeschlossen – im Zweifel: nachfragen.

Wie sieht es mit der Steuer aus, wenn die ehrenamtliche Tätigkeit zu Einnahmen führt?
Bis zu 500 Euro pro Jahr sind steuer- und sozialabgabenfrei – das gilt zum Beispiel für Schatzmeister und Geräte- oder Platzwarte. Für ehrenamtliche Übungsleiter sind sogar 2?100 Euro jährlich steuerfrei. Diese „Übungsleiterpauschale“ gilt unter anderem auch für Chorleiter, Dozenten und Menschen, die in der Pflege aktiv sind. Einnahmen, die die Pauschalen übersteigen, müssen versteuert werden.

Kann man Ausgaben von der Steuer absetzen?
Wer nur Ausgaben hat, trägt diese selbst, Kosten für Hobbys interessieren steuerlich nicht. Und wenn man eine der erwähnten Pauschalen bekommt, sind eventuelle Kosten damit abgegolten. Nur bei höheren Einnahmen kann man die Kosten gegenrechnen.

Wo findet man weitere Informationen?
Im Internet gibt es einen „Wegweiser Bürgergesellschaft“ (www.buergergesellschaft.de) – dortv den Punkt „Engagementförderung“ anklicken. Die Broschüre „Sicher engagiert – Versicherungsschutz im Ehrenamt“ findet sich zum kostenlosen Download zum Beispiel auf www.deutscher-buergerpreis.de (unter „Service“ – „Publikationen“).


Artikelfunktionen


'' Zum Anfang