Gefühlt extrem

Wetter-Chaos 2014 in Deutschland – aber bislang ohne Rekord-Ereignis

Offenbach/München. Was war das für ein Sommer! Im August, wenn alle an Badeseen und Biergärten denken, hüllt Hagel die Gemeinde Neunkirchen bei Erlangen in Weiß. Bauern setzen Schneepflüge ein, weil sich das Eis einen halben Meter hoch auf den Straßen türmt.

Wenige Tage zuvor setzt Starkregen die City von Münster unter Wasser. Und kurz danach sucht eine Windhose den Kurort Bad Schwalbach im Taunus heim. Meteorologen konstatieren öfter als sonst die gefährliche Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“. Vom 1. Juni bis 5. August gibt es an 36 von 66 Tagen Unwetterwarnungen – „so viele wie lange nicht“, bilanziert der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Der Juli tränkt Deutschland mit 128 Liter Wasser pro Quadratmeter, 50 Liter mehr als normal.

Frage an Europas größte Rückversicherung Munich Re: Wachsen uns die Wetterschäden 2014 über den Kopf?

Die Münchner Firma, bei der sich Versicherungen ihrerseits vor zu hohen Belastungen schützen können, führt eine Datenbank über Naturkatastrophen weltweit. „Das bislang teuerste Unwetter dieses Jahres in Deutschland war der Pfingststurm an Rhein und Ruhr“, berichtet Pressesprecher Michael Able. „Er hat gesamtwirtschaftliche Schäden von 880 Millionen Euro verursacht.“

Damit schafft er es nicht unter die bundesweiten Unwetter-Top-Ten der letzten 40 Jahre – obwohl infolge des Sturms laut Versicherungsverband GDV 350.000 Einzelschäden gemeldet wurden. Immerhin: Ein Rekord-Unwetter hat es also, trotz der gefühlten Wetter-Infarkte, im bisherigen Jahresverlauf 2014 nicht gegeben. Allerdings: Acht der zehn teuersten Unwetter seit 1970 sind in den letzten 15 Jahren passiert. Die größten Schäden in Deutschland verursachten das Hochwasser an Donau und Elbe im Juni 2013 (10 Milliarden Euro Schaden), ein Hagelsturm im Juli 2013 (3,6 Milliarden), der Wintersturm Kyrill 2007 (4,2 Milliarden) sowie allen voran die große Flut an Elbe und Oder 2002 (11,6 Milliarden).

Aus Berichten von Versicherern, Behörden, Schadenschätzern und Medien ermittelt Munich Re einen Gesamtüberblick über die jeweiligen Schäden. Dass der Gesamtwert 2014 über dem Vorjahreswert von 13,9 Milliarden Euro liegt, ist nach dem Stand von Ende August nicht zu erwarten.

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