Schornsteinfeger

Wettbewerb auf deutschen Dächern


Klassische Kluft: So schick geht wohl nicht jeder aufs Dach?... Foto: WAZ

Sankt Augustin. Auch Glücksbringer müssen mit der Zeit gehen: Das Monopol der deutschen Bezirksschornsteinfeger ist Geschichte.

„Alle Hauseigentümer dürfen jetzt bestimmte Aufträge frei vergeben“, sagt Stephan Langer vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks in Sankt Augustin (bei Bonn). Allerdings: „Der bisherige Bezirksschornstein­feger bleibt für die ,hoheitlichen Aufgaben‘ zuständig.“

Dazu zählen die Abnahme neuer Anlagen und die Feuerstättenschau. Dafür kommt der Bezirksschornsteinfeger zweimal in sieben Jahren vorbei, begutachtet die Anlage und erstellt den Feuerstättenbescheid. Darin steht, bis wann welche Arbeiten gemacht werden müssen.

Achtung: Eigentümer müssen jetzt selbst auf Fristen achten

Mit diesen Arbeiten kann man jetzt aber jeden dafür zugelassenen Betrieb beauftragen – auch Firmen aus anderen EU-Ländern und der Schweiz. Die örtlichen Innungen sollten die zugelassenen Betriebe kennen, den jeweiligen Verband findet man über: schornsteinfeger.de

Seine Preise für die nicht hoheitlichen Aufgaben kann jeder Schornsteinfeger nun selbst festlegen – es gibt also keine einheitlichen Gebühren mehr. „Der Eigentümer ist jetzt auch selbst für die Einhaltung der Fristen verantwortlich“, warnt Langer. Der Schornsteinfeger kommt also nicht mehr automatisch.

Sind die Arbeiten erledigt, erhält man eine Bestätigung vom beauftragten Betrieb. Die muss man dann innerhalb von 14 Tagen an den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger schicken.

Hält man Termine nicht ein, wird der säumige Eigentümer bei der Behörde gemeldet, die einen neuen Termin festsetzt. Wird man dann immer noch nicht aktiv, folgt die  „Ersatzvornahme“: Die nötigen Arbeiten werden zwangsweise ausgeführt – gegen saftige Gebühren.

Das Ziel der von der EU erzwungenen Änderungen: mehr Wettbewerb – und damit sinkende Preise. Aber: „Da man für die hoheitlichen Aufgaben jetzt oft extra anfahren muss, werden die Gebühren voraussichtlich nicht mehr kostendeckend sein – wir erwarten hier eher Erhöhungen“, sagt Langer.

Wie sich die Preise der frei vergebbaren Leistungen entwickeln, bleibt abzuwarten – und auch, ob sich bald Schornsteinfeger aus anderen Ländern auf deutschen Dächern tummeln.

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