Altersvorsorge

Wer verschenkt schon bares Geld?


Wer im Alter sorglos leben möchte, muss rechtzeitig vorsorgen! Foto: fotolia

Chemie-Altersvorsorge: Lutz Mühl erklärt, wie man jährlich mindestens 613,55 Euro kassiert

Wer im Alter sorglos leben möchte, muss vorsorgen. Wie der Arbeitgeber dabei hilft, erläutert Lutz Mühl, Geschäftsführer beim Bundesarbeitgeberverband Chemie.

AKTIV: Die Branche bietet jedem Tarifmitarbeiter jährlich 613,55 Euro für die Vorsorge an.

Mühl: Das stimmt. Diesen Basisbetrag zahlt komplett der Arbeitgeber. Für den Mitarbeiter wird ein Betrag von 478,57 Euro umgewandelt, ohne dass er darauf Steuern oder Sozial­abgaben zahlt. Wir legen nochmal 134,98 Euro drauf, das ist so im Tarifvertrag vereinbart.

AKTIV: Haben Sie denn Geld zu verschenken?

Mühl: Nein. Aber wir haben eine Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten. Die Renten werden nicht mehr so hoch ausfallen wie bisher. Das ist leider nicht jedem klar. Im Alter drohen dann Versorgungslücken. Noch gibt es bei uns kaum Altersarmut. Damit es auch gar nicht erst dazu kommt, bieten wir diesen Baustein für die Altersvorsorge an.

AKTIV: Ganz ohne Hintergedanken?

Mühl: Dieses Angebot macht die Chemiebranche als Arbeitgeber attraktiv. Das verschafft uns eine Nasenlänge Vorsprung im Werben um gute Mitarbeiter.

AKTIV: Aber so ein kleiner Sparbetrag, bringt der echt was?

Mühl: Selbstverständlich. Wenn Sie mit 30 Jahren einsteigen und 35 Jahre lang 613,55 Euro quasi umsonst bekommen, dann sind es am Ende schon ohne Zinsen mehr als 20.000 Euro. Wer da nicht mitmacht, verschenkt viel Geld.

AKTIV: Bisher sind sechs von zehn Mitarbeitern dabei. Warum machen das nicht alle?

Mühl: Zwischen 2007 und 2010 hat sich der Anteil der Beschäftigten, die die Chemie-Altersvorsorge nutzen, von 31 auf 61 Prozent verdoppelt. Das ist eine enorme Steigerung. Unser Ziel sind aber 100 Prozent. Vielleicht kennt noch nicht jeder dieses Modell. Bisher gab es alternativ Vermögenswirksame Leistungen. Die laufen bis Jahresende aus. Dann wird es wohl nochmal einen Zulauf geben.

AKTIV: Wie viel Geld legen die Leute denn an?

Mühl: Im Schnitt 906 Euro pro Jahr. Denn jede 100 Euro, die ein Mitarbeiter zusätzlich zum Basisbetrag spart, belohnen wir mit einem weiteren Zuschuss von 13 Euro.

AKTIV: Das klingt attraktiv. Aber ist das Geld auch sicher? Was passiert zum Beispiel, wenn ein Betrieb Insolvenz anmelden muss?

Mühl: Das Geld ist, wie bei betrieblicher Altersvorsorge üblich, sicher und vor Zugriffen geschützt. Im Falle einer Insolvenz springt zum Beispiel der Pensionssicherungsverein ein. Allerdings – wer gar nicht mitmacht, der verliert garantiert.

www.chemie-altersvorsorge.de

 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang