Schlauer versichern!

Wer jetzt die Kfz-Police wechselt, sollte nicht nur auf den Preis achten

Crash im Kinderzimmer: Solche Karambolagen sind im echten Leben zum Glück sehr selten. Foto: Straßmeier

Köln. Alle Jahre wieder: Im Herbst schockt so manchen Autofahrer der neue Beitrag für die Kfz-Police. Wer dann flugs wechselt, kann oft sparen. Also: Unterlagen raus und Tarife vergleichen!

Stichtag ist in der Regel der 30. November, doch man sollte sich schon vorher Gedanken machen. Es gibt über 200 Tarife auf dem Markt – und man sollte nicht einfach nach der billigsten Prämie schnappen: Es kommt auch auf die Leistungen an.

In Sachen Haftpflicht ist eine möglichst hohe Deckungssumme sinnvoll. Geht der Schaden nämlich darüber hinaus, haftet der Unfallverursacher persönlich. Vorgeschrieben sind Mindestdeckungssummen von 7,5 Millionen Euro für Personen- und 1,12 Millionen Euro für Sachschäden – empfehlenswert sind aber pauschal 100 Millionen Euro. Und der Versicherungsschutz sollte auch im Ausland gelten.

Bei der Kaskoversicherung sollten Sie darauf achten, dass der „Verzicht auf die Einrede grober Fahrlässigkeit“ im Tarif verankert ist. Dann zahlt die Versicherung auch Schäden aus Unachtsamkeit in vollem Umfang.

Checken Sie Ihre jährliche Fahrleistung: Je weniger man fährt, desto günstiger wird es. Aber nicht mogeln – das kann im Schadensfall zu Strafzahlungen führen.

Werkstattbindung macht die Police günstiger, ist aber nur sinnvoll, wenn man sich daran halten kann. Wer seiner Stammwerkstatt treu bleiben will oder einen Leasing-Wagen fährt, sollte sich nicht darauf einlassen. Achtung: Einige Tarife sehen bei Glasbruch eine gesonderte Werkstattbindung vor.

Wer seinen über die Jahre eingefahrenen Schadenfreiheitsrabatt (SF) nicht sofort verlieren will, ist mit einem Rabattschutz gut bedient. Wer davon aber nach einem Unfall schon Gebrauch gemacht hat, sollte sich einen Wechsel gut überlegen: Die alte Versicherung übermittelt der neuen nämlich nicht die gerettete SF-Klasse – sondern die schlechtere.

Und wenn der Marder zubeißt, ersetzen viele Policen nur direkte Schäden. Die oft viel teureren Folgeschäden sollten aber möglichst mit abgedeckt sein.

Übrigens: Wer die Mühen eines Tarifvergleichs scheut, kann wenigstens versuchen, die bestehende Beitragsbeziehung aufzupeppen. Oft genügt ein Anruf beim Versicherer, um in den Genuss besserer Konditionen zu kommen.


Immer mehrere Rechner nutzen

  • Was Policen wo kosten, zeigen kostenlose Online-Vergleichsrechner, zum Beispiel check24.de oder transparo.de
  • Aber Achtung: Keiner hat alle Anbieter im Blick! Daher sollten Sie stets mehrere Rechner nutzen.
  • Schöpfen Sie dabei alle Rabatt-Optionen aus, die auf Sie zutreffen. Günstiger wird es zum Beispiel für Eigenheimer, Garagenparker oder Alleinfahrer.

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