Elterngeld

Wer früh plant, bekommt mehr!

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Ohne große öffentliche Debatte hat der Staat kürzlich die Regeln für die Elterngeld-Berechnung geändert – und zwar zum Nachteil der jungen Eltern. Wer ab 2013 mit Nachwuchs rechnet, sollte sich daher frühzeitig informieren und sehr schnell planen, wer sich wann ums Baby kümmern soll.

Denn die gravierendste Änderung schränkt den Trick mit dem Wechsel der Steuerklasse ein. Bekanntlich richtet sich das Elterngeld nach dem Netto-Einkommen vor der Babypause. Und bislang kann zum Beispiel eine werdende Mutter flugs von Steuerklasse IV in Steuerklasse III wechseln, um dann entsprechend mehr Elterngeld zu kassieren. Dass dieser auch von AKTIV schon früh empfohlene Trick erlaubt ist, hat das Bundessozialgericht 2009 klargemacht. Ab kommendem Jahr gilt da aber eine neue Regel: Laut Gesetz wird dann nur noch die Steuerklasse anerkannt, die in den zwölf Monaten vor dem Geburtsmonat „überwiegend“ verwendet worden ist.

Wer also ab 2013 zu spät die Steuerklasse wechselt, bekommt deutlich weniger Elterngeld! Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) hat das am Beispiel einer werdenden Mutter ausgerechnet, die 2000 Euro brutto verdient: Wechselt sie zu spät von Steuerklasse IV in Steuerklasse III, fällt das monatliche Elterngeld fast 60 Euro niedriger aus.

Andere Einschränkungen müssen die Betroffenen einfach so schlucken. Zum einen werden bei Arbeitnehmern für die Sozialversicherungsbeiträge pauschal 21 Prozent abgezogen. Das ist etwas mehr als die aktuell gültigen Beitragssätze, das Elterngeld fällt also entsprechend geringer aus. Außerdem werden künftig Freibeträge auf der Steuerkarte nicht mehr berücksichtigt – auch das verringert in vielen Fällen das Elterngeld.

Das Bundesfamilienministerium teilte dazu im Sommer mit: Das Gesetz zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs werde die Verwaltung entlasten und auch den Eltern nützen, weil deren Anträge „künftig schneller bearbeitet werden können“. In den meisten Fällen würden die neuen Rechenregeln „zu keinen nennenswerten Änderungen in der Elterngeldhöhe führen“. Der NVL sieht das anders: Die Änderung bringe „Nachteile für viele Arbeitnehmer“.


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