Hundebesitzer sollten eine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung haben

Wenn Waldi zubeißt

Der wollte nur spielen: Trotzdem muss man dem Nachbarn den Sessel ersetzen. Foto: Fotolia

Berlin/Hamburg. Wenn Waldi eine Hundedame auf der anderen Straßenseite im Sturm erobern will, sind Radfahrer oder Autos Nebensache: „Hunde haben ein ganz anderes Bewegungsverhalten als Katzen, deshalb verursachen sie oft erheblich schwerere Schäden“, erklärt Sabine Merz von der Bundestierärztekammer. Und das wissen auch die Versicherungen: Katzenkratzer sind über die ganz normale private Haftpflicht-Police versichert – Hundebisse und andere Schäden dagegen nicht.

Dieser fehlende Schutz kann mächtig ins Geld gehen. Denn ein Hundehalter haftet für alle Schäden, die sein Tier verursacht. Also zum Beispiel auch, wenn Waldi mal eben den Ledersessel des Nachbarn zerfetzt.

„Auch der kleinste Hund kann größte Schäden anrichten“

Selbst ein kurzes Zuschnappen ohne tiefe Wunde kann am Ende doch teuer werden, wenn Bakterien aus dem Hundespeichel zu einer Entzündung beim gebissenen Menschen führen. „Auch der kleinste Hund kann den größten Schaden anrichten“, betont Bianca Boss vom Bund der Versicherten, „und deshalb ist eine Hundehalterhaftpflicht-Police unbedingt zu empfehlen.“

In einigen norddeutschen Bundesländern ist so eine Versicherung sogar vorgeschrieben; für Kampfhunde gilt die Versicherungspflicht fast überall. Eine Übersicht des Versicherungsverbands GDV finden Sie hier: gdv.de (kostenloser PDF-Download).

Der Bund der Versicherten empfiehlt eine Deckungssumme von 5 Millionen Euro und weltweite Absicherung. Wählt man dabei einen Selbstbehalt von 150 Euro, muss man mit einem Jahresbeitrag zwischen 60 und 80 Euro rechnen.

Wichtig: Mietsachschäden sollten im Kleingedruckten eingeschlossen sein – zum Beispiel für den Fall, dass Waldi nicht in Urlaubslaune ist und die Ferienwohnung zerlegt. Bei Hündinnen ist es zudem sinnvoll, auch gegen Schäden durch Welpen des versicherten Tieres vorzusorgen.


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aktualisiert am 09.10.2017

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