Bayerische Wirtschaft

Weniger Tempo

Heißer Job: Die Konjunktur hat sich aber auch in der Metall- und Elektro-Industrie abgekühlt. Foto: dpa

vbw-Index zeigt: Lage und Prognose trüben sich weiter ein


München.
Die Dynamik der bayerischen Wirtschaft hat zu Beginn dieses Jahres weiter nachgelassen. Das signalisiert der vbw-Index, der seit Herbst 2011 um 8 Punkte gefallen ist. Verglichen mit dem Wert vom Frühjahr 2011 hat der Index, der Lage und Prognosen der Unternehmen im Freistaat zusammenfasst, sogar um 22 Punkte nachgegeben.

„Wir sind aber zuversichtlich, dass wir die Delle in den nächsten Monaten überwinden“, sagte Professor Randolf Rodenstock, der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Das Tempo werde allerdings verhalten bleiben. „2012 wird ein deutlich schwächeres Jahr als 2011.“

Mit Abstand am stärksten ist der Teil-Index gesunken, der das aktuelle Wachstum abbildet: Er fiel um 25 Punkte. Trotzdem blieben alle Werte über dem langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten. „Die Konjunktur hat sich abgekühlt“, stellte Rodenstock fest. „Es kam aber nicht zu einer Rezession.“ Die vbw-Prognose vom Herbst habe sich bestätigt.

Nach Rodenstocks Worten entwickeln sich konsumnahe Branchen wie der Handel und die Gastronomie nach wie vor positiv. Auch dem Handwerk und dem Bau gehe es weiterhin relativ gut. Dagegen bekomme die exportstarke bayerische Investitionsgüter-Industrie die abgeschwächte Weltwirtschaft zu spüren.

Hoffnung auf eine Stabilisierung


Zum Beispiel der Maschinen- und Anlagenbau: In den ersten drei Monaten dieses Jahres gingen nach Angaben des Branchenverbands VDMA die Aufträge für die Unternehmen im Freistaat um 21 Prozent zurück – verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Elgar Straub, der Geschäftsführer des VDMA Bayern, hofft, „dass sich in den nächsten Monaten eine Stabilisierung einstellen wird“. vbw-Präsident Rodenstock beschrieb die Lage als „nach wie vor labil“. Es gebe weiterhin etliche Risiken und Unsicherheiten. An erster Stelle erwähnte er die Schulden und Vertrauenskrise in der Euro-Zone. Diese sei noch keinesfalls gelöst, obwohl sich die Finanzmärkte mittlerweile etwas beruhigt hätten.

42 Prozent der bayerischen Unternehmen stellen laut einer aktuellen Umfrage fest, dass die wirtschaftlichen Unsicherheiten zugenommen haben. Neun von zehn dieser Firmen macht vor allem die Ungewissheit über die Entwicklung der Arbeitskosten zu schaffen.


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Schlagwörter: Marktwirtschaft

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