Leitartikel

Weltoffenheit schafft Wohlstand

AKTIV-Chefredakteur Ulrich von Lampe. Foto: Roth

Im Jahr 1830 war ein Brief nach Indien etliche Monate unterwegs – und kostete, umgerechnet in heutiges Geld, ungefähr 1.500 Euro Porto. Inzwischen sprengt die fast kostenlose weltweite Echtzeit-Kommunikation alle Vorstellungen. Sie ist, wie jetzt die Unternehmensberatung McKinsey in einer Studie ausführt, der wichtigste Treiber der Globalisierung.

„Der grenzüberschreitende Austausch von Informationen“, heißt es dort, „trägt so viel zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei wie die Ströme von Waren, Dienstleistungen und Kapital zusammengenommen.“

Zwei von drei Menschen auf dem Erdball haben ein Handy, jeder Dritte ist online. Wäre Facebook eine Nation, sie wäre die zweitgrößte. Das Telefonieren ins Ausland hat sich in nur zehn Jahren verdreifacht, der grenzüberschreitende Datenverkehr stieg auf das 21-Fache.

Weltoffen zu sein, macht stark. „Es verschafft Zugang zu Ideen und Innovationen und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit“, betonen die Autoren der Studie. Und sie haben ermittelt: Die Deutschen sind, was die Kommunikation über Ländergrenzen hinweg betrifft, hinter den Holländern die am zweitbesten vernetzte Nation der Erde. Was für ein Befund!

Der boomende Informationsaustausch, diese weithin unterschätzte Quelle unseres Wohlstands, ist übrigens auch in der aktuellen weltpolitischen Krise ein Grund zur Hoffnung. Es spricht viel dafür, dass autoritäre Meinungsmache über kurz oder lang den Kürzeren zieht gegen globale Plattformen wie Google, Youtube und Twitter. Dass sich die Menschen auf Dauer kein X für ein U vormachen lassen – wenn das U überall mit Highspeed aufpoppt.


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