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Welthandelsorganisation (WTO)

Ein freier Austausch von Waren und Dienstleistungen auf der ganzen Erde: Das ist das Ziel der Welthandelsorganisation WTO. Die Abkürzung steht für die englische Bezeichnung „World Trade Organization“. Um ihre Vorhaben zu verwirklichen, arbeitet die WTO vor allem am Abbau von Hindernissen für den Handel zwischen Ländern. Solche Hürden sind zum Beispiel Zölle oder Quoten für die Ein- oder Ausfuhr bestimmter Produkte.

Außerdem ist es Aufgabe der WTO, im Fall von Handelskonflikten zwischen zwei oder mehreren Ländern zu schlichten. Ein Beispiel dafür waren die Strafzölle der USA auf Stahleinfuhren aus der EU. 2003 erklärte die WTO das Vorgehen der Amerikaner für illegal. Daraufhin wurden diese Zölle abgeschafft.

Damit es am besten gar nicht zu Auseinandersetzungen kommt, berät die WTO Mitgliedsstaaten in Fragen des internationalen Warenaustauschs. Und sie versucht, die Außenhandelspolitik der Länder aufeinander abzustimmen.

Russland als letzte große Volkswirtschaft seit 2012 Mitglied

Gegründet wurde die Organisation am 15. April 1994 in der marokkanischen Stadt Marrakesch. Und zwar von den Mitgliedern des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT). Die WTO wurde damit der Nachfolger des GATT. Sie arbeitet mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank zusammen, um deren Ziele in der Währungs- und Entwicklungspolitik zu unterstützen.

Deutschland gehört wie alle anderen EU-Staaten zu den 159 Mitgliedern der WTO. Die USA, Japan und China sind ebenso dabei. Als letzte große Volkswirtschaft ist Russland im August 2012 beigetreten. Mehr als drei Viertel der Mitglieder sind Entwicklungsländer oder als Schwellenländer auf dem Weg zu einem Industriestaat.

Hauptsitz der WTO ist Genf. An ihrer Spitze steht der Generalsekretärseit September 2013 der Brasilianer Roberto Azevêdo.


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