Altersvorsorge

Welche Sparformen sich für Arbeitnehmer besonders lohnen


Die gesetzliche Rente ist künftig „nur noch eine Basis-Versorgung.“ So sagt es Professor Bernd Raffelhüschen, einer der besten Kenner der Materie. Und er warnt: Jeder Dritte im Lande „hat das Problem noch nicht kapiert“.

Wie stark soll die Rente sinken? Wie ehrlich ist die Renteninformation, die uns jährlich ins Haus flattert? Und was folgt daraus für jeden ganz persönlich? AKTIV erklärt den Stand der Dinge.

Immer wieder hört man: Den Rentnern ging es nie so gut wie heute! Andererseits wird vor Altersarmut gewarnt. Was stimmt denn nun? Zweimal im Jahr eine Kreuzfahrt – oder zweimal am Tag eine Mahlzeit in der Suppenküche?

Zulagen, Steuervorteile und tarifliche Extras helfen beim Sparen

Köln. Wie sollte man privat vorsorgen? Professor Bernd Raffelhüschen (Uni Freiburg) nennt eine einfache Faustregel: „Man sollte 6 bis 8 Prozent vom Jahresbrutto fürs Alter sparen – in welcher Form auch immer.“

Wer 3000 Euro brutto im Monat verdient, sollte also etwa 200 Euro für später wegpacken – eine erhebliche Belastung. Wobei ja auch fürs Alter vorsorgt, wer zum Beispiel das Häuschen ab- oder in eine Lebensversicherung einzahlt.

„Aus dem Brutto“ sparen

Zwei Varianten lohnen sich für Arbeitnehmer aber besonders, weil ihnen beim Sparen geholfen wird.

  • Betriebliche Altersvorsorge (BAV): Viele Firmen bieten eine Betriebsrente an. Eine gängige BAV-Variante ist die staatlich geförderte „Entgeltumwandlung“. Dabei spart man „aus dem Brutto“, also steuer- und sozialabgabenfrei. Je nach Branche gibt es übrigens oft erhebliche tarifliche Sparzuschüsse.
  • Riester-Rente: Wer „riestert“, erhält staatliche Zulagen und Steuervorteile. Ein Beispiel: Eine Sparerin mit zwei nach 2007 geborenen Kindern bekommt 754 Euro Zulage pro Jahr, dafür muss sie je nach Einkommen maximal 1 346 Euro einzahlen. Mehr als ein Drittel ihrer Extra-Vorsorge kommt also vom Staat.

Besonders lukrativ ist die Sache in der als „Wohn-Riester“ oder „Eigenheimrente“ bekannten Variante. Auch per Bank- oder Fonds-Sparplan lässt sich’s gut riestern. Einen soliden Überblick verschafft die unabhängige Stiftung Warentest im kürzlich erschienenen Heft „Finanztest Spezial: Riester-Rente“ (7,80 Euro).

Auszahlung mit Abzügen

Viele nutzen diese Chancen, wie die Regierung im Alterssicherungsbericht betont: Unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 25 bis 64 „dürften mittlerweile deutlich mehr als 70 Prozent Anspruch auf eine Zusatzrente aus der betrieblichen Altersversorgung oder einer Riester-Rente haben“.

Aber Achtung: Wie auch immer man vorsorgt – man sollte wissen, dass bei Auszahlung der Extra-Rente Steuern und je nach Variante auch Sozialbeiträge fällig werden.

Altersvorsorge für Arbeitnehmer – kompakt erklärt
Mehr zum Thema lesen Sie in den folgenden drei Artikeln:

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