Gegen den Trend

Weiter investieren


Wie Unternehmen ihre Fertigungen ausbauen

Höchstädt/Marktoberdorf. Das beste Jahr in der 60-jährigen Firmengeschichte: Dieses Ziel strebt Grünbeck für 2009 an! Der schwäbische Hersteller von Anlagen zur Wasseraufbereitung erwartet Aufträge im Wert von rund 60 Millionen Euro – trotz der allgemeinen Rezession.

Schon 2008 hatte das Unternehmen Auftragseingänge in Rekordhöhe von 57 Millionen Euro hereingeholt. „Jetzt haben wir in neue Werkzeuge investiert und eine Produktionshalle erweitert, um die wachsende Zahl von Großaufträgen zu bewältigen“, berichtet Geschäftsführer Walter Ernst.

Die Umwelttechnik floriert

Bis Dezember wird zudem eine neue Logistikhalle mit Hochregallager fertiggebaut. 2010 folgt ein Schulungszentrum. 5 Millionen Euro fließen so in den Standort Höchstädt an der Donau.

Von einer Konjunkturflaute spürt Grünbeck bisher nichts: Das Geschäft mit der Umwelttechnik floriert. Auch der Landmaschinenhersteller Agco Fendt hat keinen Grund zu klagen. Die Nachfrage nach Hightech-Traktoren bleibt auf hohem Niveau. Und Fendt hat diese begehrten Produkte im Angebot, steigert damit den Marktanteil in ganz Europa.

„Wir haben in Marktoberdorf von Januar bis Juni das bisher bes­te erste Halbjahr erlebt. Daher ist das Wort ‚Krise’ für uns tabu“, sagt der Sprecher der Geschäftsführung, Peter-Josef Paffen.

Fendt stockt derzeit die Fertigungs-Kapazitäten kräftig auf: für das modernste und effizienteste Traktorenwerk im US-amerikanischen Agco-Konzern, zu dem die Allgäuer gehören.

Die Getriebeproduktion wird vergrößert. Und in der neuen ­Endmontage in Marktoberdorf sollen im Jahr 20.000 Traktoren vom Band ­laufen – 5.000 mehr als bisher.

In Asbach-Bäumenheim bei Donauwörth werden die Karosserieteile gefertigt. 172 Millionen Euro investiert Agco Fendt in ­die beiden Standorte.

Damit nicht genug: Wegen der steigenden Fertigungszahlen wird die Produktion von Dickblech­teilen verlagert. Seit Juli gibt es dafür in Hohenmölsen bei Halle ein drittes deutsches Fendt-Werk. Es startet mit 50 Mitarbeitern.

Neue Pressanlagen für BMW in Dingolfing

Zukunftsorientiert hat auch BMW in Dingolfing zwei neue Pressanlagen für Stahlbleche in Betrieb genommen. Rund 50 Millionen Euro kosteten die Maschinen zusammen. Mit einer spart das größte BMW-Werk Energie und Material. Die andere Anlage produziert mit einem ganz neuen Verfahren Leichtbau-Karosserieteile aus hochfes­ten Stählen.

Also: Auch Unternehmen, die wie BMW von der Krise getroffen sind, investieren weiter und bereiten sich so auf den ersehnten Aufschwung vor.

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