Arbeitsmarkt

Weihnachtsgabe aus Berlin


Aufschwung wird im Geldbeutel spürbar

Berlin. Nach Neujahr bleibt mehr netto über: Die Bundesregierung lässt Belegschaften  und Firmen vom Aufschwung profitieren. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt im Januar auf nur noch 3,3 Prozent – der niedrigste Satz seit mehr als 20 Jahren.

Das entlastet die Betriebe, die ja den halben Beitrag bezahlen müssen. Und es freut Otto

Normalverbraucher: Einem Beschäftigten mit 30.000 Euro Jahresbrutto bringt das Gesetz eine jährliche Ersparnis von immerhin 135 Euro.

Versicherung zum halben Preis

Auch Anfang 2007 war der Beitrag schon kräftig gesenkt worden. Im Geldbeutel fiel das damals aber nicht weiter auf, da gleichzeitig höhere Ausgaben für die Mehrwertsteuer, die Rentenversicherung und die meisten Krankenkassen fällig wurden.

Mit der erneuten Senkung

ist die Arbeitslosenversicherung jetzt praktisch zum halben Preis zu haben. Das liegt vor allem daran, dass der Aufschwung massive Lücken in die Schlange der Arbeitslosen ge-rissen hat.

Eine Versicherung kann ja nur billiger werden, wenn das versicherte Risiko kleiner wird – in diesem Fall eben die Gefahr, den Job zu verlieren und nicht schnell einen neuen zu finden. Dieses Risiko ist derzeit eher gering. Der deutschen Wirtschaft fehlen aufs Jahr gesehen 400.000 Fachkräfte, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf Basis einer Umfrage schätzt, an der sich knapp 20.000 Firmen beteiligt hatten.

„Es fehlen Fachkräfte aller Qualifikationsniveaus“, betont DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, „von dual ausgebildeten Fachkräften bis hin zu promovierten Forschern.“  Dies liegt auch daran, dass die Betriebe schon so viele neue Stellen besetzt haben. Die Zahlen sind sensationell: Erstmals gibt es in Deutschland mehr als 40 Millionen Erwerbstätige. Und für 2008 rechnet das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) mit weniger als 3,5 Millionen Arbeitslosen – das wäre die niedrigste Zahl seit 1993.

Lob für moderate Tarifabschlüsse

Gründe für den anhaltenden Aufschwung gibt es eine ganze Reihe. An erster Stelle nennt das IAB „konjunkturelle Impulse“. An zweiter Stelle folgt dann aber nicht etwa ein Hinweis auf die Hartz-IV-Reformen – sondern auf eine Leistung der Tarifpartner: „Die moderate Tarifpolitik der letzten Jahre dürfte zu einem Anstieg der Arbeitsnachfrage beigetragen haben.“

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