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Das Fest der Feste mal ganz sachlich

Weihnachten: Was Handel, Wirtschaftsforscher und Dienstleister darüber sagen

Bis es unterm Christbaum so richtig beschaulich wird, ist einiges an Vorbereitung nötig. Einzelhändler und Paketdienstleiter stellen sich schon seit Monaten auf die Festtage ein. Wissenschaftler untersuchen das Phänomen.

Päckchen gehören zu Weihnachten: Laut Handelsverband gibt jeder von uns 466 Euro dafür aus. Foto: iStock

Päckchen gehören zu Weihnachten: Laut Handelsverband gibt jeder von uns 466 Euro dafür aus. Foto: iStock

Paketdienste: An Spitzentagen vor Weihnachten werden 15 Millionen Päckchen zugestellt. Foto: dpa

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Christbäume: Für 90 Prozent der Deutschen ist das Fest ohne sie undenkbar: Etwa 25 Millionen werden verkauft. Foto: dpa

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Beleuchtung: Die privaten Haushalte verbrauchen dafür so viel Strom wie eine Stadt mit 220 000 Haushalten das ganz Jahr. Foto: Funke

Beleuchtung: Die privaten Haushalte verbrauchen dafür so viel Strom wie eine Stadt mit 220 000 Haushalten das ganz Jahr. Foto: Funke

Black Friday: Fällt auf Ende November und ist bei uns der Auftakt für das Weihnachtsgeschäft. Foto: dpa

Black Friday: Fällt auf Ende November und ist bei uns der Auftakt für das Weihnachtsgeschäft. Foto: dpa

Berlin. Was sich für viele von uns beschaulich, kuschelig und romantisch anfühlt, ist für andere die Zeit der Großkampftage. Bis die Kinderaugen unterm Weihnachtsbaum leuchten und die gebratene Gans auf dem festlich gedeckten Tisch duftet, ist eine ausgeklügelte Logistik gefordert.

Einzelhandel, Paketdienstleister und Wirtschaftsforscher beschäftigen sich schon Monate vorher mit dem Fest der Feste. „Vorbereitung ist alles“, sagt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE) in Berlin: „Der Einzelhandel stellt sich ab September auf den großen Ansturm ein.“ Die Spitzenorganisation der Branche vertritt rund 400.000 selbstständige Unternehmen mit knapp drei Millionen Beschäftigten.

Zu den Vorbereitungen auf die heiße Phase gehört es, ausreichend Personal einzustellen. Mehr als jedes zehnte Unternehmen heuert für die Monate November und Dezember zusätzliche Mitarbeiter an, ergab eine Umfrage des Verbands. Besonders in der Woche vor Heiligabend rechnen Händler mit viel Trubel in ihren Geschäften.

Laut HDE-Umfrage klettert der Umsatz in der Branche dieses Jahr um 3 Prozent auf 94,5 Milliarden Euro. Im November und Dezember werden rund 15 Prozent mehr verkauft als sonst. In manchen Branchen, wie bei Spielwaren, verdoppelt sich das Geschäft sogar.




Doch nicht der gesamte Umsatz entfällt auf Geschenke. Um herauszufinden, wie viel die Deutschen für die Gaben unterm Christbaum hinlegen, führen gleich mehrere Forschungsinstitute Umfragen durch.

Dabei werden Kunden auch danach gefragt, was sie vor Weihnachten am liebsten tun, welches Gebäck sie bevorzugen und natürlich, was sie am liebsten verschenken. Auch hier zeigt sich: „Die Konjunktur und der Arbeitsmarkt entwickeln sich gut, die Kauflaune der Deutschen ist ungetrübt“, so Thomas Harms von Ernst & Young.

Laut der vom HDE beauftragten Studie des Ifes-Instituts will jeder Vierte mehr Geld als 2016 ausgeben, knapp jeder Fünfte möchte gegenüber 2016 sparen. Demnach plant jeder Bundesbürger über zwölf Jahren, im Schnitt 466 Euro für Geschenke auszugeben. Das Beratungsunternehmen Ernst & Young kommt bei seiner Umfrage auf 266 Euro. Befragt wurden 1.000 volljährige Verbraucher. Sicher ist indessen: Obwohl die Innenstädte mit Lichterglanz und Weihnachtsmärkten locken, profitiert vor allem der Online-Handel von der Kauflaune.

Das hat das Forschungsinstitut EHI in Köln unter die Lupe genommen. Für mehr als 60 Prozent der Kunden bringt das Internet die Geschenke. Laut HDE-Prognose wächst der Online-Handel dieses Jahr erneut um 10 Prozent.



Deshalb sehen die Paketversender eine Lawine auf sich zukommen: 15 Millionen Sendungen können es an Spitzentagen sein. „Wir erwarten ein Weihnachtsgeschäft, das die gesamte deutsche Logistikbranche vor eine Kraftprobe stellen wird“, warnt Hermes-Deutschland-Chef Dirk Rahn. Hermes will Mengenbegrenzungen für Online-Versender einführen. Der Fuhrpark wurde um 3.500 Fahrzeuge aufgestockt, 6.000 zusätzliche Mitarbeiter sind an Bord und zwei neue Logistikzentren gingen an den Start. Auch die Paketdienstleiter DPD (4.000) und GLS (2.500) haben ihr Personal für Weihnachten aufgestockt.

Die gesamte Branche beschäftigt 25.000 Mitarbeiter zusätzlich zu den 110.000 ganzjährigen Zustellern. Elena Marcus-Engelhardt vom Bundesverband für Paketdienstleister klagt: „Es wird für die Unternehmen immer schwieriger, geeignete Zusteller zu finden.“ Wichtig: Pakete sollten spätestens am 21. Dezember bis 12 Uhr aufgegeben werden.

So richtig beschaulich wird es eben erst, wenn alle Päckchen unterm Christbaum liegen.

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